tb-1cr-2E. NimzH. CorneliusM. DrobischE. FranzL. Busse    
 
SIMON BRYSZ
Das Ding ansich
[3/4]

"In der transzendentaler  Deduktion der Kategorien  wird man umsonst eine lückenlose Ableitung der Verstandesbegriffe, wie dies der Titel verheißt, suchen, denn diese wird von  Kant  nicht geleistet. Die Apriorität der Verknüpfung der Erscheinungen durch die Kategorien wird nur  behauptet,  aber nicht bewiesen. Der Übergang von den allgemeinsten zu den kategorialen Formen der Verknüpfung kommt unvermittelt, und ihre apriorische Bedeutung wird nur als Faktum hingestellt."

"Die Ordnung und Regelmäßigkeit also an den Erscheinungen, die wir  Natur  nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht oder die Natur unseres Gemüts  ursprünglich  hineingelegt. Denn diese Natureinheit soll eine notwendige, d. h.  a priori  gewisse Einheit der Verknüpfung sein. Wie sollten wir aber wohl  a priori  eine synthetische Einheit auf die Bahn bringen können, wären nicht in den ursprünglichen Erkenntnisquellen unseres Gemüts subjektive Gründe einer solchen Einheit  a priori  enthalten, und wären diese subjektiven Bedingungen nicht zugleich objektiv gültig, indem sie die Gründe der Möglichkeit sind, überhaupt ein Objekt in der Erfahrung zu erkennen?"



Wie ist eine notwendige Übereinstimmung
unserer Verknüpfung der Gegenstände der
Erfahrung mit ihrer tatsächlichen Affinität
zur erklären?

Diese Frage ist die positive Seite des Problems der transzendentalen Deduktion der reinen Verstandesbegriffe. Ihre Beantwortung ist nicht so einfach, wie diejenige der Ästhetik hinsichtlich der Übereinstimmung der Form der Anschauung mit der Erscheinung. Dort genügte die Entdeckung, daß der Raum eine subjektive Anschauung ist. Der Raum ist aber so allgemein und dabei so einfach, daß alle äußeren Erscheinungen trotz ihrer Mannigfaltigkeit in ihm aufgenommen werden können. Anders steht es mit dem Verhältnis der Erscheinungen untereinander. Die Arten der Verknüpfung des Mannigfaltigen sind sehr verschieden. Die Erscheinungen können zueinander im Verhältnis von Substanz und Akzidenz, von Ursache und Wirkung, von Gemeinschaft und Wechselwirkung stehen. Es mußte daher ein apriorisches Prinzip gefunden werden, das nicht nur alle möglichen Verknüpfungsarten umfaßt, sondern es mußten noch überdies alle mannigfachen Arten der Synthesis aus ihm abgeleitet werden können, was beim Raum hinsichtlich der räumlichen Mannigfaltigkeit unmöglich war.

Dieses Prinzip entdeckt KANT in unserem ursprünglichen Selbstbewußtsein und nennt es "die transzendentale Einheit der Apperzeption". Wie die Räumlichkeit und Zeitlichkeit der Erscheinungen erst durch die Anschauungsweise unserer Sinnlichkeit zustande kommt, weil die Dinge, die uns erscheinen, ansich weder räumlich noch zeitlich sind, so wird die Verknüpfung der Erscheinungen, ja sogar der einzelnen Eindrücke nicht bereits durch die Sinne vollzogen, sondern ist das Produkt des spontanen Verstandes. Denn jede Synthesis setzt Spontaneität voraus; die Sinnlichkeit ist aber nur rezeptiv. Es ist demnach klar, woher die Übereinstimmung des verbundenen Materials mit der von uns vollzogenen Verknüpfung herrührt. Bekämen wir die Dinge bereits in fertigen, geordneten Verhältnissen und müßten wir diese Ordnung von der Natur ablesen, so wäre die Möglichkeit synthetischer Urteile a priori gar nicht einzusehen. Denn die Erfahrung lehrt uns nur, daß etwas geschieht, oder daß etwas zu einem anderen in einem gewissen Verhältnis steht; sie zeigt aber nicht die Notwendigkeit jenes Geschehens oder dieses Verhältnisses. Wird aber die Zusammensetzung erst von uns aus geschaffen, ist die Ordnung der Erscheinungen das Produkt des spontanen Verstandes, so kann man sagen, daß wir der Natur Gesetze vorschreiben und sie infolgedessen auch  a priori  erkennen können. Denn unser Verstand steht dann zur allgemeinen Gesetzmäßigkeit der Natur in einem ähnlichen Verhältnis, wie ein  intellectus archetypus  [göttlich prägendes Denken - wp] zur geschaffenen Welt.

KANTs Theorie ging davon aus, daß der Sinn nichts verbindet, und daß keine Allgemeingültigkeit möglich ist, wenn die Verbindung durch Erfahrung gegeben wird. Es muß also dargetan werden, daß die transzendentale Apperzeption diese ursprüngliche Synthesis bewirken kann. KANTs Beweis ist folgender: das  Ich denke  muß alle meine Vorstellungen begleiten können. Denn sonst wären meine Vorstellungen nicht die meinen.
    "Dieser ... Satz ist ... analytisch ... denn er sagt nichts weiter, als daß alle meine Vorstellungen in irgendeiner gegebenen Anschauung unter der Bedingung stehen müssen, unter der ich sie allein als meine Vorstellungen zu einem identischen Selbst rechnen und also ... durch den allgemeinen Ausdruck  Ich denke  zusammenfassen kann." (1)
Mit diesem Urteil  Ich denke  bin ich mir aber nicht nur bewußt, daß ich alle Vorstellungen, so mannigfach sie auch sein mögen, zu einem Ganzen zusammengefaßt habe, sondern ich bin mir außerdem noch meines identischen Ich bewußt. Daraus läßt sich zweierlei folgern. Erstens beweist die Tatsache der Verbindung mannigfacher Vorstellungen zu einem Ganzen, daß die transzendentale Apperzeption ein Vermögen der Synthesis ist. Zweitens, da diese Vorstellungen nirgendwo anders als in unserem Bewußtsein diese Einheit bilden, ist überdies bewiesen, daß die transzendentale Apperzeption eine  ursprüngliche  Synthese schaffen kann, die sie als apriorische nicht von außen her empfängt. (2)

Dies genügt aber noch nicht zur Konstruktion einer apriorischen Erkenntnis. Wir ersehen zwar daraus, daß die transzendentale Apperzeption der "höchste Punkt ist, an dem man allen Verstandesgebrauch ... und ... die Transzendentalphilosophie heften muß"; (3) allein wir haben dadurch erst die Möglichkeit der "metaphysischen Verbindung im Erkenntnisvermögen  a priori" (4) erklärt, nicht aber auch "der physischen Erscheinungen untereinander", (5) die sich zunächst auf eine allgemeine Synthesis nicht zurückführen läßt. Wir müssen also untersuchen:
    1. In welchem Verhältnis steht die  allgemeine  metaphysische Synthesis zur physischen?

    2. Wie sind die  besonderen  Arten der Verknüpfung der Erscheinungen: nach den Verhältnissen von Substanz, Kausalität, Gemeinschaft usw. aus dem obersten Prinzip der Synthesis abzuleiten?
Hinsichtlich des ersten haben wir KANTs Antwort bereits angedeutet. Für das Verhältnis der metaphysischen Synthesis zur empirischen Verwandtschaft der Erscheinungen kommen drei Möglichkeiten in Betracht: Entweder sind sie einander ähnlich oder sie stehen zueinander im Verhältnis von Grund und Folge. Wenn letzteres der Fall ist, so kann wiederum entweder die Affinität der Erscheinungen der Grund ihrer metaphysischen Verknüpfung sein, oder aber umgekehrt die metaphysische Synthesis ist der Grund und die empirische Verwandtschaft deren Folge. Die Ähnlichkeit oder Gleichheit der Verbindung mit der Qualität des Verbundenen, ohne daß sie irgendwie voneinander abhängig sein sollten, kann keine synthetischen Urteile  a priori  ermöglichen, wenn man nicht eine prästäbilierte [vorgefertigte - wp] Harmonie oder ein Präformationssystem der reinen Vernunft annimmt; diese aber sind nach KANT aus bekannten Gründen abzuweisen. Ebensowenig kann man mit der zweiten Möglichkeit auskommen. Wäre die metaphysische Verbindung nur eine Folge der den Erscheinungen immanenten Affinität, so wäre alle Erkenntnis dieser metaphysischen Verbinung der Erscheinungen untereinander von der Erfahrung abgeleitet, die Gesetzmäßigkeit der Natur wäre dann nur eine zufällige, könnte also  a priori  gar nicht dargelegt werden. Es ist demnach klar, daß für KANT nur die dritte Möglichkeit in Betracht kommen kann (6). Nur wenn die metaphysische Verknüpfung der Grund der physischen ist, nur wenn das allgemeine Verhältnis der Erscheinungen untereinander kein anderes sein kann als die Ordnung, in der sie unser oberes Erkenntnisvermögen zueinander stellt, ist die Möglichkeit apriorischer Erkenntnisse zu erklären.

Diese Ansicht hat - solange sie nur von der allgemeinsten Form der Synthesis handelt - nichts Befremdliches an sich. Daß die Erscheinungen dem allgemeinen Gesetz des Verstandes gemäß sein, daß sie einer begrifflichen Auffassung fähig sein müssen, leuchtet ein, wenn man bedenkt, daß sie für uns anderfalls nichts wären.
    "Daher wird alles, was uns ... durch Sinne nur bekannt werden kann, unter der allgemeinen Bedingung es möglich ist, von Dingen Begriffe zu bekommen und alles mit den Begriffen der Dinge zu verknüpfen." (7)
Die Schwierigkeit beginnt erst, wenn man aus der Einheit der Apperzeption die verschiedenen Kategorien ableiten will. Die Natur ist nicht ein Aggregat von Erscheinungen, die in einem generellen Verhältnis der Synthesis zueinander stehen; die wirkliche Affinität der uns gegebenen Gegenstände läßt sich durch das bloße Zusammensein in einem Bewußtsein keineswegs erklären. Es muß also nicht bloß gezeigt werden, daß die Erscheinungen schon so ins Bewußtsein kommen müssen, daß sie in ihm vereinigt werden können, sondern auch wie sie durch diese Vereinigung in einem transzendentalen Bewußtseins ihre notwendige Affinität untereinander erhalten, die sich in den mannigfachen Verhältnissen (Kategorien) äußert. Wir können also unsere zweite Frage auch so ausdrücken: Wie können Kategorien als Gesetzmäßigkeit schaffende Prinzipien aus der transzendentalen Einheit der Apperzeption abgeleitet werden?

So paradox und gewacht dies auch klingen mag, so muß doch behauptet werden, daß die transzendentale  Deduktion der Kategorien  streng genommen nur als eine Deduktion der transzendentalen Einheit der Apperzeption als obersten Prinzips allen Verstandesgebrauchs angesehen werden darf. Hingegen wird man in ihr umsonst eine lückenlose Ableitung der Verstandesbegriffe, wie dies der Titel verheißt, suchen, denn diese wird von KANT - hier zumindest - nicht geleistet. Bewiesen wird das Merkmal der Apriorität von allen denjenigen transzendentalen Funktionen, die die allgemeinsten Synthesen bewirken. Die Apriorität der Verknüpfung der Erscheinungen durch die Kategorien wird jedoch nur behauptet, aber nicht bewiesen. Der Übergang von den allgemeinsten zu den kategorialen Formen der Verknüpfung kommt unvermittelt, und ihre apriorische Bedeutung wird nur als Faktum hingestellt. (8)

Wir ersehen dies am besten, wenn wir anhand des von KANT angegebenen kurzen Begriffs der Deduktion seinem Beweisgang folgen:
    "Sie [die Deduktion] ist die Darstellung der reinen Verstandesbegriffe ... als Prinzipen der Möglichkeit der Erfahrung, dieser aber als  Bestimmung  der Erscheinungen in Raum und Zeit überhaupt, - schließlich dieser aus dem Prinzip der  ursprünglichen  synthetischen Einheit der Apperzeption als der Form des Verstandes in Beziehung auf Raum und Zeit als ursprüngliche Formen der Sinnlichkeit."
Die Sinne verbinden nichts, sie liefern isolierte Eindrücke. Wenn wir das Vermögen, das die Synopsis der Eindrücke zu "ganzen" (9) Vorstellungen ermöglicht,  Apprehension  [Zusammenfassung - wp] nennen, so ist zunächst nicht klar, ob diese Apprehension bei voller Wahrung ihrer Spontaneität als Verbindungsfunktion eine empirisch bedingte oder eine rein transzendentale ist. Eine empirisch bedingte Apprehension könnte nur dann eine Verbindung hervorbringen, wenn die Anleitung dazu von der Erscheinung, genauer vom affizierenden Ding, also  a posteriori  ausginge. Eine solche Apprehension könnte uns zu unserem Zweck nichts nützen, weil sie keine Erkenntnisse  a priori  ermöglicht. Die Synthesis der Apprehension muß deshalb eine transzendentale, d. h. eine solche Funktion sein, die notwendige und allgemeingültige Erkenntnisse ermöglicht. Diese ihre Transzendentalität kann aber leicht bewiesen werden. Raum und Zeit sind Anschauungsformen unserer Sinnlichkeit, sie sind nicht von der Erfahrung hergenommen, sondern  a priori  gegeben. Da sie aber ein Erzeugnis der Rezeptivität sind, so können sie zunächst nur die  Möglichkeit  des Neben- und Nacheinander darstellen. Raum und Zeit sind aber mehr als das. Sie sind nicht nur Anschauungs formen, sondern selbst Anschauungen, ganze Vorstellungen. Solche können sie aber nur werden durch das Hinzutreten einer spontanen  Funktion zum gegebenen apriorischen Mannigfaltigen, die diese Synthesis  a priori  bewirkt, weil auch das  a priori  gegebene Mannigfaltige der Anschauungsformen keine Verbindung enthält - also haben wir eine  transzendentale  Synthesis der Apprehension, die auf aposteriorische Gründe nicht angewiesen ist.

Ähnlich verhält es sich mit der Einbildungskraft, obwohl ihr Geschäft ein viel komplizierteres ist. Hat es die Apprehension mit einfachen Elementen zu tun, die sie - soweit es auf sie als rein synthetisches Vermögen ankommt - zu einem oder vielen Ganzen zu verbinden hat, so muß eine Einbildungskraft, wenn sie transzendental sein soll, sehr verschiedenartig mit den Erscheinungen verfahren. Die empirische, immer nur reproduktive Einbildungskraft assoziiert nicht nach Belieben die Vorstellungen miteinander, sondern nach bestimmten empirischen Regeln. Dementsprechend wird die transzendentale oder, wie sie von KANT auch genannt wird, produktive Einbildungskraft als der apriorische Grund dieser empirischen Regeln, d. h. der notwendigen, wenn auch besonderen Verwandtschaft der Erscheinungen angesehen werden müssen. Könnte nun eine derartige Transzendentalität von der Einbildungskraft nachgewiesen werden, so wäre dadurch mit einem Schlag die positive Seite des Problems der transzendentalen Analytik gelöst. Es wäre damit sowohl die notwendige Gesetzmäßigkeit und Verwandtschaft der Erscheinungen erklärt, wie die apriorische Beziehung der Kategorien auf diese Erscheinungen bewiesen.

Indessen gelingt es KANT nicht, diese Fähigkeit der produktiven Einbildungskraft zu deduzieren, obwohl er es von ihr behauptet, indem er sagt, daß die empirische Affinität bloß die  Folge  der transzendentalen ist. (10) Der Beweis für die Transzendentalität der produktiven Einbildungskraft wird ähnlich wie derjenige für die Apprehension geführt. Von dieser wurde gezeigt, daß selbst Raum und Zeit als Vorstellungen unmöglich sein würden, wenn nicht die Apprehension als transzendentale Funktion die Verknüpfung ursprünglich zustande gebracht hätte. Kann aber ebenso gezeigt werden, daß zur Ausführung dieser ursprünglichen Synthesis nicht minder Einbildungskraft notwendig ist, so scheint damit zugleich ihre Transzendentalität bewiesen zu sein. Daß dies tatsächlich der Fall ist, kann leicht gezeigt werden: Würde ich beim Ziehen einer Linie in den Gedanken die ersten Teile derselben
    "aus den Gedanken verlieren und sie nicht reproduzieren, indem ich zu den folgenden fortgehe, so würde niemals eine ganze Vorstellung, ... ja gar nicht einmal die reinsten und ersten Grundvorstellungen von Raum und Zeit entspringen können. Die Synthesis der Apprehension ist also mit der Synthesis der Reproduktion unzertrennlich verbunden. Und da jene den transzendentalen Grund der Möglichkeit aller Erkenntnisse überhaupt ... ausmacht, so gehört die reproduktive Synthesis der Einbildungskraft zu den transzendentalen Handlungen des Gemüts ..." (11)
Prüft man aber diese Argumentation, so ist deutlich zu ersehen, daß mit dieser Erörterung nur bewiesen ist, daß zur Wahrnehmung Gedächtnis notwendig ist; aus dieser Tatsache, die nicht erst durch eine Deduktion bewiesen zu werden braucht, folgt aber nichts für die Erklärung der Möglichkeit apriorischer Erkenntnisse. Sehen wir jedoch von einem Beweis ab und untersuchen nur, was KANT hierüber lehrt, so zeigt sich, daß er der transzendentalen Einbildungskraft eine viel ursprünglichere Tätigkeit zuschreibt, als dies aus dem Beweis für ihre Transzendentalität zulässig ist. Damit kehren wir zur Frage der Kategorien zurück.

Wie sich KANT den Übergang von der transzendentalen Apperzeption zur Affinität der Erscheinungen denkt, zeigt eine lehrreiche Stelle aus den  Losen Blättern: 
    "Alles Verhältnis der Vorstellungen durch Begriffe hat eine dreifache Dimension: 1. das Verhältnis einer Vorstellung zum Bewußtsein, 2. einer anderen Vorstellung zum Bewußtsein, 3. beider Vorstellungen zusammen in einem Bewußtsein. Dadurch wird allererst die Verknüpfung der Vorstellungen untereinander möglich (connexa uni tertio sunt connex inter se)." (12)
Dieser letzte Satz drückt mit axiomatischer Kürze die Lehre der Deduktion aus. Die transzendentale Apperzeption ist nicht nur das Vermögen, mannigfache Vorstellungen in einem Bewußtsein zu vereinigen - das kann auch die empirische -; sie nicht nur das Gefäß, das alle Vorstellungen in sich aufnehmen kann, um sie zu einem zusammenhanglosen Aggregat zu verbinden. Sie ist vielmehr das Prinzip der Affinität und Assoziabilität der Erscheinungen, die durch die Aufnahme in dieses ursprüngliche Selbstbewußtsein dergestalt geordnet werden, daß sie in mannigfachen notwendigen Verhältnissen zu stehen kommen, in Verhältnissen von Substanz und Akzidenz, von Ursache und Wirkung.

Die Auseinandersetzung dieses Gedankens wird in der Deduktion durch folgende Betrachtung eingeleitet:
    "Würde der Zinnober bald rot, bald schwarz, bald leicht, bald schwer sein, eine Mensch bald in diese, bald in jene tierische Gestalt verändert werden, am längsten Tag bald das Land mit Früchten, bald mit Schnee und Eis bedeckt sein, so könnte meine empirische Einbildungskraft nicht einmal Gelegenheit bekommen, bei der Vorstellung der roten Farbe den schweren Zinnober in die Gedanken zu bekommen; oder (13) würde ein gewisses Wort bald diesem, bald jenem Ding beigelegt ..., ohne daß hierin eine gewisse Regel, der die Erscheinungen schon von selbst unterworfen sind, herrschte, so könnte keine empirische Synthesis stattfinden. (14) Es muß also etwas sein, was selbst diese Reproduktion der Erscheinungen möglich macht, dadurch, daß es der Grund  a priori  einer notwendigen synthetischen Einheit derselben ist.  Hierauf aber kommt man bald,  wenn man sich besinnt, daß  Erscheinungen nicht Dinge-ansich,  sondern das bloße  Spiel unserer Vorstellungen  sind, die am Ende auf Bestimmungen des inneren Sinnes hinauslaufen." (15)
Sobald indessen, wie KANT dies annimmt, kommt man nicht darauf, was dieser Grund  a priori  einer notwendigen synthetischen Einheit sein möchte, umso weniger, als die Funktion der transzendentalen Einbildungskraft noch nicht auseinandergesetzt worden ist. Dennoch läßt die Betonung der Subjektivität der Erscheinungen durch die Wendung, daß sie das bloße Spiel der Vorstellungen sind, keinen Zweifel darüber, daß von einer von unserem Verstand unabhängigen Affinität in den Erscheinungen nicht die Rede sein kann.
    "Dingen ansich würde ihre Gesetzmäßigkeit notwendig, auch außerhalb eines Verstandes, der sie erkennt, zukommen. Allein Erscheinungen sind nur Vorstellungen von Dingen, die nach dem, was sie an sich sein mögen, unerkannt da sind. Als bloße Vorstellungen aber stehen sie unter gar keinem Gesetz der Verknüpfung, als demjenigen, welches das verknüpfende Vermögen vorschreibt." (16)
Wir sehen somit, wie sich KANT die notwendige Verwandtschaft der Erscheinungen erklärt. Auf die Frage, warum der Zinnober nicht bald rot, bald schwarz erscheint, würden  wir  antworten, daß das Ding, das die Wahrnehmung  Zinnober  in uns hervorruft, unsere Sinne auf eine  bestimmte  Weise affiziert und daß diese Affektion eine konstante ist. KANT kann sich mit einer derartigen Antwort nicht zufriedengaben. Erstens darf er über die Beschaffenheit der Dinge-ansich nichts aussagen, was doch hier offenbar geschehen würde. Viel wichtiger ist aber zweitens der Umstand, daß die Konstanz, von der hier die Rede ist, nur durch Erfahrung und nicht  a priori  festgestellt werden kann. Die Wissenschaft muß jedoch auf einen apriorischen Beweis der Gesetzmäßigkeit der Erscheinungen und des Geschehens bestehen, wenn sie nicht der Gefahr ausgesetzt sein will, daß die Erfahrung von morgen ihren heutigen Sätzen und Gesetzen zuwiderhandeln wird.

Die Affinität der Erscheinungen muß daher auf einem apriorischen Prinzip beruhen. Der Zinnober behält seine Eigenschaften, weil er immer in dasselbe Bewußtsein aufgenommen wird, das ihm diese Regel und Ordnung gibt! Das Seltsame dieser Behauptung sucht KANT dadurch abzuschwächen, daß er erinnert, der Zinnober sei eigentlich kein Ding, sondern nur die Erscheinung eines Dings. Dinge können wir nicht gestalten; dagegen müssen Vorstellungen diejenige Form annehmen, die ihnen der spontane Verstand gibt, weil sie als solche nirgendwo anders als im Bewußtsein existieren. Man muß jedoch gestehen, daß das Befremdende dieser Lehre durch eine solche Überlegung nicht ganz beseitigt wird.

Dies ist der Grund, warum realistisch denkende Geister sich niemals mit diesem Punkt der kantischen Lehre aussöhnen konnten, oder aber glaubten, diese Lehre in einem realistischen Sinn auffassen zu müssen. Dieser Auffassung gegenüber erscheint es notwendig, die Bedeutung der transzendentalen Affinität ausführlicher zu erörtern. Die hierhergehörigen Ausführungen sind so klar und unzweideutig, daß wir sie nur anzuführen brauchen, um ihren Sinn richtig zu verstehen, aber für unseren Zweck auch wörtlich anführen müssen.
    "Das Erste, was uns gegeben wird, ist Erscheinung ... Weil aber jede Erscheinung ein Mannigfaltiges enthält, mithin verschiedene Wahrnehmungen im Gemüt ansich zerstreut und einzeln angetroffen werden, so ist eine Verbindung derselben nötig, welche sie in dem Sinne selbst nicht haben können. Es ist also in uns ein tätiges Vermögen der Synthesis dieses Mannigfaltigen, welches wir Einbildungskraft nennen ... Die Einbildungskraft soll nämlich das Mannigfaltige der Anschauung in ein  Bild  bringen; vorher muß sie also die Eindrücke in ihre Tätigkeit aufnehmen ... Es ist aber klar, daß selbst diess Apprehension des Mannigfalitgen allein noch kein Bild und keinen Zusammenhang der Eindrücke hervorbringen würde, wenn nicht ein subjektiver Grund da wäre, eine Wahrnehmung, von welcher das Gemüt zu einer anderen übergegangen ist, zu den nachfolgenden herüberzurufen und so ganze Reihen derselben darzustellen, d. h. ein reproduktives Vermögen der Einbildungskraft, welches dann auch nur empirisch ist. Weil aber, wenn Vorstellungen, so wie sie zusammengeraten, einander ohne Unterschied reproduzierten, wiederum kein bestimmter Zusammenhang derselben, sondern bloß regellose Haufen derselben, mithin gar keine Erkenntnis entspringen würde; so muß die Reproduktion derselben eine Regel haben, nach welcher eine Vorstellung vielmehr mit dieser als mit einer anderen in der Einbildungskraft in Verbindung tritt. Diesen subjektiven und  empirischen  Grund der Reproduktion nach Regeln nennt man die  Assoziation  der Vorstellungen. - Würde nun aber diese Einheit der Assoziation nich auch einen objektiven Grund haben, so daß es unmöglich (17) wäre, daß Erscheinungen von der Einbildungskraft anders apprehendiert würden, als unter der Bedingung einer möglichen synthetischen Einheit dieser Apprehension, so würde es auch etwas ganz Zufälliges sein, daß sich Erscheinungen in einem Zusammenhang der menschlichen Erkenntnis schicken. Denn, ob wir gleich das Vermögen hätten, Wahrnehmungen zu assoziieren, so bliebe es doch ansich ganz unbestimmt und zufällig, ob sie auch assoziabel wären; und in dem Fall, daß sie es nicht sind, so würde eine Menge Wahrnehmungen und auch wohl eine ganze Sinnlichkeit möglich sein, in welcher viel empirisches Bewußtsein in meinem Gemüt anzutreffen wäre, aber getrennt, und ohne daßes zu einem Bewußtsein meiner selbst gehörte, welches aber unmöglich ist. Denn nur dadurch, daß ich alle Wahrnehmungen zu einem Bewußtsein ... zähle, kann ich bei allen Wahrnehmungen sagen, daß ich mir ihrer bewußt bin. Es muß also ein objektiver, d. h. vor allen empirischen Gesetzen der Einbildungskraft  a priori  einzusehender Grund sein, worauf die Möglichkeit, ja sogar die Notwendigkeit eines durch alle Erscheinungen sich erstreckenden Gesetzes beruth, sie nämlich durchgängig als solche Data der Sinne anzusehen, welche ansich assoziabel und allgemeinen Regeln einer durchgängigen Verknüpfung in der Reproduktion unterworfen sind. Diesen objektiven Grund der Assoziation der Erscheinungen nenne ich die  Affinität  derselben. Diesen können wir aber nirgendwo anders als im Grundsatz von der Einheit der Apperzeption in Anbetracht aller Erkenntnisse, die mir angehören sollen antreffen. Nach diesem  müssen  durchaus alle Erscheinungen so ins Gemüt kommen (18) oder apprehendiert werden, daß sie zur Einheit der Apperzeption zusammenstimmen, welches ohne synthetische Einheit in ihrer Verknüpfung, die mithin auch objektiv notwendig ist, unmöglich sein würde ... Die Affinität aller Erscheinungen (nahe oder entfernte) ist eine  notwendige Folge einer Synthesis in der Einbildungskraft,  die  a priori  auf Regeln gegründet ist ... Es ist daher zwar befremdlich, allein aus dem Bisherigen doch einleuchtend, daß nur mittels dieser transendentalen Funktion der Einbildungskraft  sogar  die Affinität der Erscheinungen ... die Reproduktion nach Gesetzen ... möglich wird; weil ohne sie gar keine Begriffe von Gegenständen in eine Erfahrung zusammenfließen würden." (19)
Dies ist deutlich genug, jedoch als ob KANT jeder Mißdeutung vorbeugen wollte, resümiert er seine Lehre in folgenden Worten:
    "Die Ordnung und Regelmäßigkeit also an den Erscheinungen, die wir  Natur  nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht oder die Natur unseres Gemüts  ursprünglich  hineingelegt. Denn diese Natureinheit soll eine notwendige, d. h.  a priori  gewisse Einheit der Verknüpfung sein. Wie sollten wir aber wohl  a priori  eine synthetische Einheit auf die Bahn bringen können, wären nicht in den ursprünglichen Erkenntnisquellen unseres Gemüts subjektive Gründe einer solchen Einheit  a priori  enthalten, und wären diese subjektiven Bedingungen nicht zugleich objektiv gültig, indem sie die Gründe der Möglichkeit sind, überhaupt ein Objekt in der Erfahrung zu erkennen?" (20)
Will man dem gegenüber behaupten, daß nach KANT die Dinge-ansich uns die Erscheinungen bereits in einer intelligiblen Ordnung geben, der Verstand aber nur die Aufgabe hat, diese intelligible Ordnung in eine empirische umzusetzen, so muß gesagt werden, daß KANT hier eine äußerst mißverständliche Sprache führt und daß die Verhütung einer so groben Mißdeutung - wie sie die vorstehende Interpretaion abgeben würde - lediglich dem Umstand zu verdanken ist, daß man sich mit dem Standpunkt, der aus der naiven Lektüre obiger Erörterungen zu gewinnen ist, nicht so leicht versöhnen kann. Dann hätten wir es nur diesem Zufall zu verdanken, daß der richtige Sinn der kantischen Lehre uns erschlossen worden ist.

Aber selbst wenn der angegebene Wortlaut der Deduktion noch irgendeine Zweideutigkeit zuließe, so müßte folgende Stelle aus den  Losen Blättern  jeden Zweifel über die Richtigkeit unserer Auffassung zerstreuen.
    "Die Zusammensetzung" - heißt es dort - "ist in der Vorstellung des Zusammengesetzten immer bloß unser eigenes Werk. Wir können wir nun sagen, daß das Objekt damit übereinstimmt? Diese Übereinstimmung kann doch nicht darin bestehen, daß die Qualität der Zusammensetzung dem Zusammengesetzten ähnlich, sondern daß eines von beiden des anderen Grund oder Folge ist  (das letztere ist es, wenn das Objekt bloß Erscheinung ist)."  (21)
Diese Aufzeichnung spricht für sich selbst. Bliebe es bis jetzt noch unausgemacht, ob die Affinität, die allererst durch die transzendentale Einbildungskraft möglich wird, bereits durch die Dinge gegeben wird oder nicht, so geht aus dem Angeführten mit aller Bestimmtheit hervor, daß der Verstand ursprünglich die Verwandtschaft schafft und daß die empirische Affinität in ihrer ganzen Qualität nur eine Folge der transzendental geschaffenen ist.

Der Sinn dieser kantischen Lehre von der transzendentalen Schöpfung der Verwandtschaft unter den Erscheinungen liegt nicht auf der Oberfläche und sie ist in der Tat nicht so befremdend, wie sie zu sein scheint. Es liegt KANT natürlich fern zu behaupten, daß es nur der Aufnahme mannigfacher Vorstellungen ins Bewußtsein bedarf, um aus ihnen einen physischen Konnex zu schaffen. Man könnte ihm entgegenhalten, daß eine unzusammenhängende Rede dadurch, daß sie in einem Bewußtsein vereinigt wird, noch keinen Zusammenhang und Sinn bekommt. KANTs Lehre ist jedoch eine viel tiefere. Die Sinne verbinden nichts; sie können nur unzusammenhängende, isolierte Elemente liefern. Trotzdem haben wir es niemals mit diesem rohen Material, sondern stets mit fertigen, ganzen Vorstellungen zu tun, die überdies noch im Konnex miteinander stehen. Zwischen der passiven Sinnlichkeit einerseits und dem, in gewissem Sinne, nur rezeptiven empirischen Bewußtsein andererseits muß daher ein Vermögen tätig sein, das aus den mannigfachen Empfindungen, die uns dasjenige Etwas bietet, das für uns z. B. ein Apfel werden soll, zum  Objekt  "Apfel" gestaltet. Wie dies zustande kommt, wissen wir nicht und können es niemals beobachten. Nun zeigt das transzendentale Bewußtsein, daß in dem Satz: "Ich denke" sich anscheinend ein derartiges Vermögen offenbart. Dieses transzendentale Selbstbewußtsein muß es also sein, das die Objekte gestaltet. Muß aber für das Zustandekommen eines Objekts ein derartiges Vermögen in Anspruch genommen werden, so liegt nichts im Weg, demselben Vermögen die Schöpfung der Affinität zuzuschreiben, welche Tätigkeiten beide Male unbewußt vor sich gehen können. Das transzendentale und nicht empirische Selbstbewußtsein ist es also, das die Affinität schafft. Deshalb kann in unserem Beispiel eine unzusammenhängende Rede, die als solche sozusagen das  transzendentale  Bewußtsein durchgegangen ist, nicht wieder zusammenhängend werden, weil sie ins  empirische  aufgenommen wird.

Wir wollen die Frage der Affinität noch von einer anderen Seite ins Auge fassen. Gesetzt die Erscheinungen hätten eine virtuell bestimmte Ordnung, die dem Konnex ihrer Substrate, der Dinge-ansich, entspricht. Die Sinne, die die Sprache der Verbindung nicht verstehen, liefern uns das Material der Anschauung unverbunden. Der apriorische Verstand - abgesehen davon, daß er nicht anschaut - darf bei seiner verknüpfenden Tätigkeit von der Erfahrung nicht ablesen; denn dann wäre die Verknüpfung  a posteriori.  Trotzdem soll aber die Verbindung, die er vollzieht, mit der tatsächlichen Affinität der Erscheinungen notwendig übereinstimmen. Ich frage, wie will man hier ohne eine prästabilierte Harmonie oder etwas ähnliches auskommen? Ferner, wenn die Verknüpfung von einem von uns unabhängigen Ding herrühren soll, wie ist die Gesetzmäßigkeit der Erfahrung verbürgt? Müssen wir dann nicht vielmehr dem Ding-ansich vertrauen, daß es uns keine Überraschungen bereiten wird; daß z. B. die Sonne, die bisher das Wachs erweicht und den Ton gehärtet hat, morgen nicht umgekehrt wirken wird, oder daß der fallende Stein, der bisher den Fallgesetzen folgte, es morgen nicht mehr tun oder gar nach oben fallen wird? Dieser Schwierigkeit kann man nicht dadurch aus dem Weg gehen, daß man behauptet, falls unsere Natur einer derartigen Ungesetzmäßigkeit unterworfen sein sollte, würde sie nicht erfahrbar sein. Denn nehmen wir folgenden Fall: Wir sehen eines Tages glühende Kohlen in eine helle Flüssigkeit fallen und sich daselbst zu leuchtenden Flammen entzünden, werden wir dieses Phänomen nicht wahrnehmen können? Wie nun aber, wenn in unserem Gefäß nicht flüssige Luft, sondern  H2 wäre und die glühende Kohle trotzdem auflodert (denn wenn es nur vom Ding-ansich abhängen sollte, so ist nicht einzusehen, warum dies nicht möglich sein könnte)? Warum sollten wir diesen Vorgang in unser Bewußtsein nicht ebensogut aufnehmen können? Man wird vielleicht entgegenhalten, daß, wenn dereinst etwas derartiges eintreten sollte, wir gleich nach der Ursache eines derartigen Verhaltens fragen würden; aber dieses Fragen nach der Ursache: worauf beruth es denn? Die Gesetzmäßigkeit der Erfahrung ist ja erst vorausgesetzt, nicht bewiesen, denn wir haben soeben gesehen, daß die Erfahrbarkeit der Natur mit der Lückenhaftigkeit des Kausalprinzips gar nicht aufgehoben wird. Freilich, befände sich unsere Natur in einem völlig chaotischen Zustand, so ginge uns die Möglichkeit sie zu begreifen verloren. Wie aber, wenn die Erfahrung, ähnlich wie eine Reihe von Sprachformen, im Ganzen regelmäßig wäre, in einigen Fällen aber Ausnahmen von der allgemeinen Gesetzlichkeit aufweist? Könnte in einem solchen Fall die Naturforschung nicht ebenso vonstatten gehen, wie die Sprachforschung möglich ist, trotzdem sie es mannigfach mit Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten zu tun hat? (22) Die Möglichkeit der Erfahrung kann also in diesem Sinne von der Gültigkeit des Kausalsatzes nicht abhängen. Nur wenn die Deduktion so aufgefaßt wird, daß die transzendentale Apperzeption es bewirkt, daß die Erscheinungen durch das Medium der transendenten Synthesis ihre notwendige Affinität bekommen, ist die Gesetzmäßigkeit der Natur  a priori  gesichert. Sollen hingegen die Erscheinungen schon von den Dingen-ansich in irgendeiner Weise bestimmt sein, so wäre die Gesetzmäßigkeit des Naturgeschehens nur ein Postulat, und es ist nicht einzusehen, warum die von uns gänzlich unabhängigen Dinge-ansich eines Tages nicht anders zu wirken beginnen sollten, als sie dies bis heute getan haben. Zwar müßten sie auch dann so erscheinen, daß sie zu unserem identischen Bewußtsein gehören könnten, weil sie widrigenfalls für uns nichts wären; sie brauchten jedoch nicht mit unseren bisherigen Naturgesetzen übereinzustimmen.

Bevor wir weitergehen, ist es notwendig, noch eine Stelle zu betrachten, die scheinbar als entscheidendes Moment gegen unsere Auffassung der Deduktion spricht. Bei der Betonung der Notwendigkeit einer Deduktion der Kategorien hebt KANT hervor, daß diese Deduktion mit schwierigeren Problemen, als diejenige von Raum und Zeit, verbunden ist.
    "Denn" - meint er - "es könnten wohl allenfalls Erscheinungen so beschaffen sein, daß der Verstand sie den Bedingungen seiner Einheit gar nicht gemäß fände und alles so in Verwirrung liegt, daß z. B. in der Reihenfolge der Erscheinungen sich nichts darbietet, was eine Regel der Synthesis an die Hand gibt und also dem Begriff der Ursache und Wirkung entspricht, so daß dieser Begriff also ganz leer, nichtig und ohne Bedeutung wäre." (23)
Aus dieser Stelle scheint mit Bestimmtheit hervorzugehen, erstens, daß Erscheinungen einer vom Verstand unabhängigen Ordnung unterliegen können, zweitens, daß sie trotz des Vorhandenseins eines Verstandes mit apriorischen Kategorien ihre jetzige Ordnung gar nicht haben müssen. Wie kann man demnach die Lehre KANTs, daß die Kategorien es sind, die die Ordnung unter den Erscheinungen schaffen, so auffassen, als ob diese Erscheinungen in einem völlig ungeordneten Zustand unserem Verstand gegeben werden, wenn die oben angeführte Stelle den Erscheinungen eine gewisse Autonomie zugesteht? Die realistische Auffassung der Deduktion scheint demnach die einzig berechtigte zu sein?

Es ist jedoch klar, daß, wenn man die obige Stelle als definitive Ansicht KANTs auffaßt, sie nicht nur mit einer subjektivistischen Interpretation, sondern mit dem Grundgedanken der Deduktion selbst in Widerspruch steht. Man vergleiche damit einen anderen, auf diesen Punkt bezüglichen Gedankengang in der Deduktion:
    "Würde ... die Einheit der Assoziation nicht auch einen objektiven Grund haben ..., so würde es auch etwas ganz Zufälliges sein, daß sich Erscheinungen in einen Zusammenhang der menschlichen Erkenntnis schicken. Denn obgleich wir das Vermögen hätten, Wahrnehmungen zu assoziieren, so bliebe es doch ansich ganz unbestimmt und zufällig, daß sie auch assoziabel wären; und im Fall, daß sie es nicht wären, würde eine Menge Wahrnehmungen und auch wohl eine ganze Sinnlichkeit möglich sein, in welcher viel empirisches Bewußtsein in meinem Gemüt anzutreffen wäre, aber getrennt, und ohne daß es zu einem Bewußtsein meiner selbst gehörte,  was  aber unmöglich ist." (24)
Diese beiden Stellen verhalten sich zueinander wie  ja  und  nein.  Und man lese noch folgendes:
    "Dingen-ansich würde ihre Gesetzmäßigkeit notwendig auch außerhalb eines Verstandes, der sie erkennt, zukommen. Allein Erscheinungen sind nur Vorstellungen von Dingen ... als bloße Vorstellungen aber stehen sie unter gar keinem Gesetz der Verknüpfung, als demjenigen, welches das verknüpfende Vermögen vorschreibt." (25)
Der scheinbare Widerspruch, der zwischen diesen Auslassungen und der eingangs zitierten herrscht, verschwindet aber sofort, wenn man die letzte als dasjenige betrachtet, was sie wirklich ist, nämlich als transzendentale Frage. (26) KANT stellt sich hier auf den Standpunkt des  common sense der sich die Erscheinungen - die für ihn eigentlich mit den Dingen identisch sind - als einer ihnen schon von selbst immanenten Ordnung unterworfen denkt. Dann fragt es sich mit Recht, wenn diese vom Verstand unabhängige Ordnung mit ihm gar nicht übereinstimmt, wo kommt dann die apriorische Gesetzmäßigkeit her? Von der Erfahrung darf sie nicht abgeleitet werden, ein anderes Prinzip gibt es zunächst auch nicht. Dieses Problem fordert also zu einer Deduktion auf, deren Ergebnis bei KANT folgendes ist: es gibt nicht zwei Ordnungen, eine der Erscheinungen, die andere des Verstandes, die dann miteinander übereinstimmen können oder nicht, sondern es gibt nur eine Ordnung, und zwar die des Verstandes, der die Erscheinungen unterworfen sind und deshalb stimmen die Verhältnisse derselben mit den Regeln des Verstandes überein.

Die oben zitierte Stelle, die wir mit COHEN als transzendentale Frage bezeichnet haben, wird durch folgenden Satz eingeleitet:
    "Denn daß Gegenstände der sinnlichen Anschauung den im Gemüt a priori liegenden formalen Bedingungen der  Sinnlichkeit  gemäß sein müssen, ist daraus klar, weil sie sonst nicht Gegenstände für uns sein würden; daß sie aber auch überdies den Bedingungen, deren der  Verstand  zur synthetischen Einheit bedarf, gemäß sein müssen, davon ist die Schlußfolge nicht so leicht einzusehen." (27)
Nun wissen wir aber, daß es KANTs Aufgabe eben war, diese schwierige Schlußfolge zu ziehen, denn die Deduktion kommt zu dem folgenden Resultat:
    "Alle Erscheinungen liegen ... als mögliche Erfahrungen  ebenso a priori im Verstand  und erhalten ihre formale Möglichkeit von ihm, wie sie als bloße Anschauungen in der Sinnlichkeit liegen." (28)
So wenig also die Erscheinungen hinsichtlich der äußeren Form eine andere Ordnung haben können, als diejenige, in welche Raum und Zeit sie hineinzwingen, so wenig können sie hinsichtlich ihrer Verknüpfung in einer anderen Ordnung stehen als der, die ihnen der spontane Verstand vorschreibt. Denn "wir haben nicht Verstand, weil es eine Natur gibt" (29), sondern wir haben eine Natur, weil wir einen gesetzmäßigkeit schaffenden Verstand haben.
    "Zu sagen, wir können a priori die Beschaffenheit der Dinge bestimmen und zugleich, diese Dinge haben solche Beschaffenheit,  unabhängig von unserem Vermögen  sie zu bestimmen, ist ein Widerspruch, denn wo nehmen wir alsdann unsere [notwendige] Erkenntnis her?" (30)
Wir haben hervorgehoben, daß der Übergang von der transzendentalen Einheit der Apperzeption zu den Kategorien nicht durch eine lückenlose Deduktion geschehen ist. Diesen Mangel hat KANT bereits bei der Niederschrift der Vorrede zur ersten Auflage gefühlt. (31) Er sucht daselbst den Wert der subjektiven Deduktion etwas herabzusetzen. Aber abgesehen davon, daß eine strikte Scheidung der Deduktion in eine subjektive und objektive m Werk selbst nicht ganz deutlich zutage tritt (32), so ist doch klar, daß, wenn man die  transzendental-psychologischen Erörterungen, die die Bedingungen der Möglichkeit des objektiv gültigen Denkens darstellen, aus der Deduktion entfernt, der dann zurückbleibende objektive Teil nicht genügen wurde, um die Gültigkeit der Kategorien zu erklären. Übrigens ist im § 26 der zweiten Auflage die subjektive Deduktion wieder aufgenommen worden; nur werden jetzt die Namen für die subjektiven Vermögen etwas spärlicher gebraucht und die Erörterung ist eine viel gedrängtere. Auch ULRICH gegenüber (33) hat KANT bekanntlich zugegeben, daß die positive Seite des Problems der Analytik nicht vollständig in der 1. Auflage gelöst worden ist. Das neue Prinzip, das er in der nächsten Bearbeitung anzuwenden verspricht und in der Deduktion der 2. Auflage §§ 19 und 20 tatsächlich anwendet, hilft jedoch nicht viel. Denn der Schluß aus der Definition eines Urteils als "einer Handlung, durch die gegebene Vorstellungen zuerst Erkenntnisse eines Objekts werden" (34), ist nicht ganz zwingend, weil die Definition selbst nicht stichhaltig zu sein scheint. (35) Aber für KANT war die Gesetzmäßigkeit der Natur und das Vorhandensein einer Erkenntnis  a priori  eine über alle Zweifel erhabene Tatsache. Er sah deshalb seine Lösung des Problems selbst dann für die einzig mögliche an, wenn sie auch nicht in allen Punkten befriedigend sein sollte. In diesem Sinne sagt er:
    "Gesetzt, die Art  wie  Erfahrung dadurch [durch Kategorien nämlich] allererst möglich wird, könnte niemals hinreichend erklärt werden, so bleibt doch unwidersprechlich gewiß, daß sie bloß durch jene Begriffe möglich ist." (36)
Sieht man jedoch von einem streng deduktiven Beweis für die apriorische Gültigkeit der Kategorien ab, so lassen sich mehrere Beweise KANTs anführen, die als nicht direkte angesehen werden müssen. Erstens die Konsequenz aus dem Resultat der transzendentalen Ästhetik. Nach diesem Resultat sind die Dinge, mit denen wir es zu tun haben, lediglich Erscheinungen, die als solche nur in uns existieren und die wir infolgedessen auch  Formen  können.
    "Reine Verstandesbegriffe sind ... nur darum a priori möglich, ja gar in Beziehung auf Erfahrung notwendig, weil unsere Erkenntnis mit nichts als Erscheinungen zu tun hat, deren Möglichkeit in uns selbst liegt, deren Verknüpfung und Einheit ... bloß in uns angetroffen wird ... Und aus diesem Grund, dem einzig möglichen unter allen, ist dann auch unsere Deduktion der Kategorien geführt worden." (37)
Daß KANT diesen Grund als zureichenden und nicht, wie es uns scheinen würde, als bloß die Deduktion ermöglichenden ansieht, geht aus folgender Erörterung mit aller wünschenswerten Deutlichkeit hervor.
    "Dagegen wenn wir es überall nur mit Erscheinungen zu tun haben, so ist es nicht allein  möglich,  sondern auch  notwendig,  daß gewisse Begriffe  a priori  vor der empirischen Erkenntnis der Gegenstände vorhergehen. Denn als Erscheinungen machen sie einen Gegenstand aus, der bloß in uns ist ..." (38)
Der zweite Beweis ist ein direkt apagogischer [durch Unmöglichkeit des Gegenteils - wp] Er geht davon aus, daß es Urteile  a priori  gibt und zeigt, daß, wenn man die gegebene [kantische] Lösung nicht anerkennt, die Möglichkeit dieser synthetischen Urteile  a priori  nicht einzusehen ist, da die Wege, die die anderen Philosophen vorgeschlagen haben (intellectus archetypus, prästabilierte Harmonie, Präformationssystem), aus mannigfachen Gründen abzuweisen sind. In diesem Sinne einer indirekten Beweisführung ist die Problemstellung in dem bekannten Brief an HERZ vom Jahre 1772 und ebenso auf folgende Stelle aus der Vorrede zur zweiten Auflage zu verstehen.
    "Bisher nahm man an" - heißt es da - "alle unsere Erkenntnis müsse sich nach den Gegenständen richten; aber alle Versuche, über sie  a priori  etwas durch Begriffe auszumachen, ... gingen unter dieser Voraussetzung zunichte. Man versuche es daher einmal, ob wir nicht ... damit besser fortkommen, daß wir annehmen, die Gegenstände müssen sich nach unserer Erkenntnis richten, welches so schon besser mit der  verlangten  Möglichkeit einer Erkenntnis derselben  a priori  zusammenstimmt." (39)
Ähnlich die bereits angeführte Stelle:
    "Die Ordnung und Regelmäßigkeit an den Erscheinungen ... bringen wir selbst hinein ... Denn diese Natureinheit  soll eine notwendige, d. h. a priori  gewisse sein. Wie sollten wir aber wohl eine synthetische Einheit auf die Bahn bringen können, wären nicht in den ursprünglichen Erkenntnisquellen unseres Gemüts subjektive Gründe einer solchen Einheit  a priori  enthalten und wären diese subjektiven Bedingungen nicht objektiv gültig." (40)
Diese hier vorausgesetzte Gesetzmäßigkeit der Erscheinungen und die Erkenntnis von ihr ist, wie gesagt, für KANTs Bewußtsein eine Tatsache, an der nicht gezweifelt werden kann. Dieser Umstand erklärt es, wie KANT aus dem Begriff der Erfahrung einen apriorischen Beweis für das Vorhandensein reiner Grundsätze führen konnte. Am Anfang der Einleitung (2. Auflage) sagt KANT:
    "Auch könnte man, ohne ... Beispiele zum Beweis der Wirklichkeit reiner Grundsätze a priori in unserer Erkenntnis zu bedürfen, dieser ihre Unentbehrlichkeit zur Möglichkeit der Erfahrung selbst, mithin  a priori  dartun. Denn wo wollte selbst Erfahrung ihre Gewißheit hernehmen, wenn alle Regeln, nach denen sie fortgeht, immer wieder empirisch, mithin zufällig wären; daher man diese schwerlich für erste Grundsätze gelten lassen kann. Allein hier können wir uns damit begnügen, den reinen Gebrauch unseres Erkenntnisvermögens als Tatsache dargelegt zu haben." (41)
Will man aber diesen apriorischen Beweis nicht gelten lassen, weil man, wie ULRICH (42), einen Begriff der Erfahrung, wie er hier vorausgesetzt wird, bezweifelt, so würde unser Beweis folgendermaßen lauten: Es ist  Tatsache,  daß wir synthetische Urteile  a priori  besitzen. Diese Tatsache läßt sich nur entweder durch die Annahme eines Präformationssystems usw. oder einer Epigenesis [spätere Entwicklung - wp] erklären. Nun ist das Präformationssystem usw. ausgeschlossen. Also Epigenesis. Aber wie leicht zu ersehen ist, kann dieser Beweis nur einen Rationalisten, nicht aber einen Empiriker oder gar Skeptiker überzeugen, weil diese den Obersatz nicht wollen gelten lassen, indem sie behaupten, daß unser ganzes Wissen von der Natur sich auf Induktion gründet, ohne daß wir jemals reine Grundsätze anzuwenden imstande sind, weil wir solche nicht besitzen. Die Apodiktizität [Gewißheit - wp] der mathematischen Axiome kann ihnen nicht entgegengehalten werden. Denn wenn sie sich selbst mit der Lehre der transzendentalen Ästhetik einverstanden erklären müßten, würde daraus für sie noch nicht die Möglichkeit synthetischer Urteile  a priori  auf dem Gebiet der Naturwissenschaft hervorgehen. Diesen Beweis kann man also nur als Nebenbeweis betrachten. Hingegen müßte die Deduktion, wollte sie nicht auf einem unsicheren Erfahrungssatz gegründet sein, wodurch sie ihren transzendentalen Charakter einbüßen würde, mit Hilfe der synthetischen Methode geführt werden. Und tatsächlich ist selbst die zweite Bearbeitung der Kr. d. r. V. nach KANTs Bewußtseins so geführt worden, wenn auch die aus pädagogischen Gründen analytisch ausgearbeiteten  Prolegomena  sie ein wenig mit ihrer Methode affiziert haben.

Der indirekte Beweis, der für den transzendentalen Idealismus aus den Antinomien fließt und auf den KANT das größte Gewicht legt, kommt für unsere gegenwärtige Frage nicht in Betracht. Die Antinomien beweisen indirekt nur, daß die Scheidung von Ding-ansich und Erscheinung richtig ist. Hingegen beweist die von KANT gegebene Auflösung des Widerstreits unserer Vernunft mit sich selbst gar nichts für die eine oder andere Art der Entstehung unserer Erfahrungserkenntnis (43).

Wir glauben somit zu folgendem Ergebnis gekommen zu sein.
    1. Nach der kantischen Deduktion der reinen Verstandesbegriffe ist die Möglichkeit synthetischer Urteile a priori nur dann einzusehen, wenn die Ordnung und Regelmäßigkeit der Erscheinungen schon von selbst inhärierend, von unserem Verstand jedoch unabhängigen Ordnung nicht die Rede sein kann. Daher sind auch die in § 13 der Kr. d. r. V. enthaltenen Erörterungen, die das Gegenteil zu besagen scheinen, als transzendentale Frage aufzufassen.

    2. Es ist KANT nicht gelungen, die einzelnen Kategorien durch eine lückenlose Deduktion aus der transzendentalen Einheit der Apperzeption abzuleiten.
Nachdem wir so die allgemeinen Prinzipien der kantischen Erkenntnislehre besprochen haben, können wir zu unserem eigentlichen Problem, zur Frage der empirischen Gesetze übergehen.
LITERATUR - Simon Brysz, Das Ding ansich und die empirische Anschauung in Kants Philosophie, Halle a. d. Saale 1913
    Anmerkungen
    1) Kr. d. r. V., Seite 138
    2) Man vgl.  Lose Blätter  20: "das Gemüt ist sich selbst das Urbild von einer Synthesis durch das ursprüngliche, nicht abgeleitete Denken", und Seite 19: "das Ich ist das Original aller Objekte". 3) Kr. d. r. V., Seite 134
    3) Kr. d. r. V., Seite 34
    4) vgl. Kr. d. r. V., Seite 201 Anm.
    5) vgl. Kr. d. r. V., Seite 201 Anm.
    6) vgl.  Lose Blätter  190, Zeile 7
    7) Reflexion Nr. 947. Vgl. auch Reflexion Nr. 955, wo es heißt: "Weil wir ohne Begriff nichts denken können, so muß ein jeder Gegenstand, den wir denken sollen, ein Verhältnis der Empfindung zum Begriff überhaupt haben."
    8) Man vgl. besonders RIEHL, a. a. O., Seite 516f. Es sei noch bemerkt, daß es der folgenden Ausführung vollkommen fern liegt, eine Kritik der Kategorienlehre sein zu wollen. Da jedoch im Folgenden gezeigt werden wird, daß KANT die transzendentale Affinität der Erscheinungen als den zureichenden Grund ihrer empirischen Verwandtschaft annimmt, so erscheint es notwendig, darauf hinzuweisen, daß KANT für diese seine Behauptung keinen befriedigenden Beweis geliefert hat, damit nicht aus Mangel an Beweisen auf das Nichtvorhandensein der zu beweisenden Behauptung geschlossen wird.
    9) Kr. d. r. V., A - Seite 102, Zeile 9
    10) Man vgl. Kr. d. r. V., A - Seite 114 und 123
    11) Kr. d. r. V., A - Seite 102
    12) Lose Blätter 98
    13) Man beachte die Heterogenität dieser Beispiele.
    14) KANT beginnt hier eine neue Zeile, daher kommt es, daß in den Handbüchern und auch sonst diese Stelle nur bis zum Wort "stattfinden" zitiert wird. Wird aber der folgende Satz nicht mit angeführt, so besagt diese stelle genau das Gegenteil von dem, was KANT wirklich meint.
    15) Kr. d. r. V., A - Seite 100f
    16) Kr. d. r. V., Seite 164
    17) Verständlicher und deutlicher wäre hier "möglich" statt "unmöglich".
    18) Wohlgemerkt, es heißt nicht: sie müssen derart sein, sondern "sie müssen so ins Gemüt kommen".
    19) Kr. d. r. V., A - Seite 199f
    20) Kr. d. r. V., A - Seite 125
    21) Lose Blätter 190.
    22) Man vgl. dagegen ERDMANN, Über Inhalt und Geltung des Kausalgesetzes, Seite 27f
    23) Kr. d. r. V., Seite 123
    24) Kr. d. r. V., A - Seite 121
    25) Kr. d. r. V., Seite 164. Siehe auch  Reflexion Nr. 960:  "Alle Objekte, die wir denken sollen, müssen in Anbetracht aller logischen Funktioinen des Verstandes bestimmt sein, dadurch können wir allein denken ..." Man vgl. auch  Lose Blätter  20 zund 284: "Der Satz, daß sich alles in der Natur  müsse a priori  erkennen und bestimmen lassen: worauf gründet er sich? ohne Zweifel auf die Einheit der Erkenntniskraft, wodurch allein die Erscheinungen Verhältnisse und Verbindungen bekommen können.
    26) COHEN, Kants Theorie der Erfahrung, 1871, Seite 177.
    27) Kr. d. r. V., Seite 123
    28) Kr. d. r. V., A - Seite 127
    29) Reflexion Nr. 991
    30) Reflexion Nr. 991
    31) Vorrede, Seite XVII
    32) Vgl. ERDMANN, Kants Kritizismus, Seite 24
    33) In der Vorrede zu den "Metaphysischen Anfangsgründen der Naturwissenschaft, Werke IV, Seite 474f, Anm.
    34) Werke IV, a. a. O., Seite 475, Anm.
    35) Man vgl. auch ERDMANN, Logik I, 2. Auflage, Seite 291f
    36) Werke IV, a. a. O., Seite 476, Anm.
    37) Kr. d. r. V., A - Seite 130
    38) Kr. d. r. V., A - D Seite 129
    39) Vorrede 2, Seite XVI
    40) Kr. d. r. V., A - Seite 125
    41) Kr. d. r. V., Seite 5
    42) Man vgl. den Brief an KANT vom 21. April 1785
    43) Welche Schlüsse aus der Auflösung der dritten Antinomie für unser spezielles Problem der empirischen Gesetze zu ziehen sind, werden wir noch zu untersuchen haben.