p-4GoedeckemeyerLippsJerusalemDas Wesen des UrteilsA. Lasson    
 
OTTO von der PFORDTEN
Versuch einer Theorie
von Urteil und Begriff

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    I. Einleitung
II. Vorstufe des Urteils
III. Impersonalien und Existenzialsätze
IV. Wesen des Urteils
V. Gültigkeit - Definition
VI. Frage - Negation
VII. Eindruck und Begriff
VIII. Beschreibung und Erklärung

"Begriffsbildung setzt den "Willen zur Wahrheit" voraus, die Grundlage der Wissenschaft, der sich immer nur bei wenigen findet; das "Leben" beruth zum größten Teil auf Täuschung und Lüge und  Eindrücke  bedürfen des Willens zur Wahrheit nicht."

"In großen Linien kann man das sogar durch die Geschichte der Philosophie (und Wissenschaft überhaupt) erweisen; der Trieb der denkenden Anfänge geht auf Erklärung, meist gleich des Universums, der höchsten Probleme; liebevolle und detaillierte Beschreibung, die dann wieder die Grundlage besserer Erklärungsversuche wird, erscheint erst später. Dann freilich läßt man methodisch die Beschreibung vorangehen; aber die logische  und  historische Entwicklung ist: Urteile; durch Abstraktion gebildete Begriffe; Anwendung dieser auf die Individuen und Rückwirkung auf die Begriffsbildung."

"Der Mensch wußte jahrtausende lang einzelne Tiere zu bezeichnen, ehe er einen Ausdruck für die Gesamtheit der Tiere fand."

"Die Naturgesetze sollen möglichst  viele  Erscheinungen der Wirklichkeit  erklären,  die Beschreibung möglichst  wenig  Spielraum lassen; das einzelne Individuum aber schlüpft dennoch durch die Maschen. Keine Beschreibung vermag es zu erschöpfen; auch kein Naturgesetz zu erklären, obwohl es ihnen gehorcht und durch sie entstanden ist."

"Der  Kreislauf der Wissenschaft  geht vom Individuum aus und strebt zu ihm zurück; denn auch die Naturgesetze haben nur darum ein Interesse, weil aus ihnen individuelle Verwirklichungen hervorgegangen sind;  Gesetze an sich  wären leere Formeln. Aber wir besitzen kein Wissen vom  inneren Sinn  dieser Gesetze, der den Grund zu ihren einzelnen Verwirklichungen zu erklären vermöchte."


VIII. Beschreibung und Erklärung

Es könnte scheinen, als sollte durch die Ausführungen des vorigen Kapitels eine scharfe Trennungslinie zwischen "Leben" und "Wissenschaft" gezogen werden. Eine solche besteht natürlich nicht; auch die Wissenschaft hat nichts anderes als das in den Individuen gegebene Leben zum Gegenstand, die einzelnen Verwirklichungen, der vorhandenen Möglichkeiten. Verschieden ist nur, schon in den ersten Anfängen, die Stellungnahme des Menschen dazu. Zu dem, was kurz "Leben" genannt wurde, bedarf er anfangs und prinzipiell der Begriffe nicht; die Eindrücke genügen. Später, in einem zweiten Stadium, beginnt die Wechselwirkung, daß die Begriffe, entstanden aus einzelnen Eindrücken von Allgemeinem, die direkte Reaktion auf Eindrücke vertiefen, bereichern, fördern und sich daraus wieder der Trieb nach neuer Begriffsbildung regt. Aber wesentlich sind diese beiden möglichen Stellungnahmen verschieden.

Die Begriffsbildung aus Urteilen selbst zeigt weiterhin auch ein doppeltes Gesicht: sie abstrahiert Begriffe und legt sie wiederum an das Individuum an. So entstehen die beiden Formen der Wissenschaft: erklärende und beschreibende. Jene  schafft,  diese  benutzt  Begriffe. Jene entspringt dem Streben, die anfangs erdrückende Fülle der Eindrücke zu ordnen; diese dem Wunsch, den Einzeleindruck zu vertiefen und festzuhalten. Das Individuum  als solches  wird niemals getroffen, weder von der einen noch von der anderen Methode; es wird  direkt  nur im begriffslosen Leben nach Eindrücken erfaßt.

Die Begriffsbildung ist in letzter Zeit besonders von HEINRICH RICKERT (1) in außerordentlich scharfer und überzeugender Weise diskutiert worden. Naturwissenschaftliche und historische Begriffsbildung werden auf das genaueste gegeneinander abgewogen und aneinander gemessen. Nur der "Individualbegriff" wird nicht mit voller Schärfe als nicht existierend abgewiesen, obwohl RICKERT gelegentlich zu dem Satz gelangt (Seite 338), "daß die Wirklichkeit  selbst  in ihrer anschaulichen (2) und individuellen Gestaltung in  keine  Wissenschaft eingeht": Gäbe es einen "Individualbegriff", so müßte das auf der einen oder anderen Seite der Fall sein.

Richtig ist zweifellos, daß sich die Begriffe, deren man zur "Kulturwissenschaft" bedarf, dadurch vom "natur"wissenschaftlichen unterscheiden, daß sie für das  Anlegen  an Individuen möglichst geeignet sind. Dabei wird das wertende Prinzip geistiger Auslese benützt, das die naturwissenschaftliche Begriffsbildung nicht kennt. Ein "Begriff Goethe" kommt aber niemals zustande und die Tätigkeit der historischen Wissenschaft scheint mir mit dem Ausdruck "Beschreibung" am besten bezeichnet; Beschreibung  durch  Anlegen von Begriffen an das Individuum. Charakteristisch ist, daß alle beschreibende Wissenschaft gerne die Hilfe des Bildes, der Anschauung zu Hilfe nimmt; keine auch noch so "wissenschaftliche" Biographie wird des unbegrifflichen Porträts entraten wollen. Auch in der Naturwissenschaft bedarf der beschreibende Teil des Bildes trotz allem Begriffe. Das Bild ist eben der einzige  reproduzierbare  Bestandteil der kurz "Leben" genannten direkten, unbegrifflichen und unwissenschaftlichen Stellungnahme zur wissenschaftlich niemals direkt faßbaren individuellen Wirklichkeit.

Im Zusammenhang des Ganzen erscheint mir die Sachlage folgendermaßen. Die eigentliche Wirklichkeit, das tatsächliche Geschehen, die Einzel-Realisierungen der nach den Naturgesetzen gegebenen Möglichkeiten - das alles kann  nur  erlebt werden.

Dieses Leben, die  direkte  Beziehung eines Individuums zu vielen anderen, beseelten oder unbeseelten, (3) ist vergänglich; daher der Wunsch, das von vielen Erlebte in Begriffe zu ordnen und festzuhalten.

Während Urteilen eventuell auch ohne  speziellen  Willen geschehen kann, unter dem zwingenden Einfluß von äußeren Ereignissen, die die Gedankenkombinationen erregen und auf sich lenken, so daß zur Urteilsbildung nur der Wille zur Feststellung des Kombinierten nötig ist - steht die Begriffsbildung psychologisch  und  logisch auf einer anderen, höheren Stufe. Es ist dazu ein Reproduzieren und Betrachten seiner eigenen, wie fremder Urteile nötig; der einzelne Mensch (z. B. auf einer wüsten Insel) würde der Begriffe nicht bedürfen, auch wenn er sie sich bildete, sondern hätte an Eindrücken genug. Begriffsbildung ist eine  soziale,  gemeinsame Tätigkeit der Menschen, zu der die Sprache unentbehrlich ist; während Urteile zweifellos auch bei Taubstummen stattfinden, vermutlich auch bei den Tieren. Begriffsbildung setzt den "Willen zur Wahrheit" voraus, die Grundlage der Wissenschaft, der sich immer nur bei wenigen findet; das "Leben" beruth zum größten Teil auf Täuschung und Lüge und  Eindrücke  bedürfen des Willens zur Wahrheit nicht.

Daher muß auch in der Logik Begriff und Urteil getrennt und ersterer als ein Produkt von Urteilen gefaßt werden. Diese Zusammenfassung von Urteilen vollzieht sich von Anfang an in einem doppelten, aber wechselwirkenden Sinn, demselben, den man später Erklärung und Beschreibung nennt: Aufsuchen des Gemeinsamen aus vielen Eindrücken und Anwenden des Gefundenen auf andere einzelne Eindrücke. Ein einfachstes Beispiel: Begriff "Metall" aus Gold, Silber, Kupfer etc. entwickelt (erster, schwacher Versuch einer Erklärung des Verschiedenen), dann angewendet auf ein neues, etwa Zinn und jetzt der Beschreibung dienend.

Und zwar ist der Versuch der Erklärung in der Entwicklung  früher  als der der Beschreibung, so gewiß in einer schon fertigen Wissenschaft das Verhältnis umgekehrt ist. Damit eine Beschreibung  mehr  liefern kann als Eindrücke (eventuell bildlich festgehaltene), bedarf sie durch Abstraktion erhaltene Begriffe. Die direkte Stellungnahme des "Lebens" ist immer das erste; ein Tier kann bezeichnet und schon (z. B. roh in Stein)  gezeichnet  worden sein, ehe es gelang, (4) den Begriff zu bilden. Die Beschreibung wendet das durch die Erklärungsversuche Gewonnene an; sie fußt  nicht  direkt auf Anschauung.

In großen Linien kann man das sogar durch die Geschichte der Philosophie (und Wissenschaft überhaupt) erweisen; der Trieb der denkenden Anfänge geht auf Erklärung, meist gleich des Universums, der höchsten Probleme; liebevolle und detaillierte Beschreibung, die dann wieder die Grundlage besserer Erklärungsversuche wird, erscheint erst später. Dann freilich läßt man methodisch die Beschreibung vorangehen; aber die logische  und  historische Entwicklung ist: Urteile; durch Abstraktion gebildete Begriffe; Anwendung dieser auf die Individuen und Rückwirkung auf die Begriffsbildung.

In der höchsten Vollendung führt die Erklärung dann zu den sogenannten  Naturgesetzen,  (5) die die einzelnen Erklärungen  ebenso  zusammenfassen wie Begriffe die einzelnen Urteile; nur noch unter besonderer Zuhilfenahme des Kausalgedankens. Die höchste Vollendung der "Beschreibung" wäre eine Klassifikation alles Wirklichen,  so  detailliert, daß nur wenige Individualerscheinungen zu einer Klasse gehörten; die höchste Vollendung der "Erklärung" im Grunde nur wieder eine Beschreibung; nur nicht mehr des Einzelnen, sondern der ordnenden Prinzipien, ohne Rücksicht auf die individuellen Tatsachen, von denen sie abstrahiert sind, die sie aber zur Voraussetzung haben. So verstehe ich KIRCHHOFFs oft angeführten Satz über die "Beschreibung der Bewegungen". Die Naturgesetze sollen möglichst  viele  Erscheinungen der Wirklichkeit  erklären,  die Beschreibung möglichst  wenig  Spielraum lassen; das einzelne Individuum aber schlüpft dennoch durch die Maschen. Keine Beschreibung vermag es zu erschöpfen; auch kein Naturgesetz zu erklären, obwohl es ihnen gehorcht und durch sie entstanden ist.

Alle, auch die vollendetsten Naturgesetze geben nur Möglichkeiten und Richtungen der Möglichkeiten, Zusammenfassung des Tatsächlichen in einer höchsten Ordnung; was davon in der tatsächlichen Wirklichkeit erscheint, sagen sie nicht. Die "nackte" Tatsache (6) wird von keiner Wissenschaft getroffen, kann nur erlebt werden. In der Vergangenheit wird sie von der Beschreibung festgehalten, soviel es geht unter  Zuhilfenahme  abbildender Kunst (7) (Abbildungen von Menschen und Natur). Die Beschreibung in idealer Vollkommenheit vermag die Begriffsbildung nicht mehr zu bereichern, setzt aber ihrerseits möglichst vollkommene Begriffe voraus.

Der Unterschied zwischen  Kulturwissenschaft  und  Naturwissenschaft  kann aber nur als ein praktischer, nicht als ein fundamentaler gelten. Auch die Naturwissenschaft bedarf der Beschreibung und des Bildes; sonst müßte man diesen ganzen Teil in ihr zu den historischen Wissenschaften rechnen, was doch sehr gezwungen wäre. Einfacher ist, nur so zu unterscheiden: die Naturwissenschaft strebt nach Erklärung und sogenannten Naturgesetzen; ihre Fundamentaltätigkeit ist das begriffliche Schaffen. Die Kulturwissenschaft strebt nach Beschreibung unter Anwendung der Begriffe in ihr speziell gemäßer Auswahl nach Wertgesichtspunkten. (RICKERTs historische Begriffsbildung und Begriff des In-dividuums.) Sie erzeugt erst indirekt neue Begriffe zum  Zweck  der Beschreibung.

Aber die Naturwissenschaft bedarf auch der Beschreibung zur Verschärfung ihrer Begriffe durch Wechselwirkung; und der Kulturwissenschaft kann niemand verwehren, sogenannte Naturgesetze der geistigen Erscheinungen zu finden - im Falle es ihr gelingt. Fundamental bleibt nur, daß man durch Beschreibung (Anlegen der Begriffe an die Wirklichkeit) nicht zu "Gesetzen" gelangt, sondern nur durch Erklärung, nämlich immer weitergehende Abstraktion.

Das erklärende Prinzip zielt vom Individuum auf das Allgemeine, das Beschreibende wieder zurück zum Individuum. Das denkbar letzte Ziel des ersten wäre ein einziges All-Natur-Gesetz, das alle anderen in sich enthielte; das des zweiten ist das Individuum selbst,das es aber niemals erreicht. Denn sowohl die Erklärung, wie die vollendete Beschreibung des Individuell-Wirklichen ist unmöglich.

Dazu müßten die Begriffe so eng sein, daß bei ihrer Anwendung auf den Einzelfall  nur  dieser resultierte; und die Gesetze müßten auch Gründe enthalten,  welche  der offenbleibenden Möglichkeiten  verwirklicht  werden  müssen.  Beides leistet uns die Wissenschaft  nicht.  Weshalb einige siebzig chemische Grundstoffe existieren und nicht einige tausend und weshalb GOETHE "Iphigenie und Tasso" schrieb (8) und nicht nur das eine oder das andere - läßt sich durch keinen Begriff erklären, noch durch eine Beschreibung erfassen. Der  Kreislauf der Wissenschaft  geht vom Individuum aus und strebt zu ihm zurück; denn auch die Naturgesetze haben nur darum ein Interesse, weil aus ihnen individuelle Verwirklichungen hervorgegangen sind; "Gesetze an sich" wären leere Formeln. Aber wir besitzen kein Wissen vom  inneren Sinn  dieser Gesetze, der den Grund zu ihren einzelnen Verwirklichungen zu erklären vermöchte. (9)

In diese Lücke tritt ergänzend das (kurz sogenannte)  Leben,  zu dem wir weder einer Erklärung noch Beschreibung bedürfen und die  Kunst.  Sie befassen sich direkt mit der Wirklichkeit; die Wissenschaft erst durch Vermittlung des Begriffs. Es ist deshalb eine völlig logische Konsequenz, vom rein und extrem wissenschaftlichen Standpunkt aus die Begriffe für das eigentlich Seiende zur erklären (Ideen (10) PLATONs) und die Tatsache nur für ihre zufällige, unwissenschaftliche Realisierung. Das Lebendige, Wirkliche, Individuelle vergeht rettungslos und das Dauernde im Wechselnden ist nur der Begriff. Die der Wissenschaft entgegengesetzte geistige Tätigkeit, die Kunst (speziell die bildende, nur mit Einschränkung die redende) bedarf der Begriffe nicht und fußt auf dem "farbigen Abglanz" des Lebens, sowie der Erscheinung und Anwendung der Begriffe im Leben; für sie ist das Individuelle das einzig Seiende, wie im "Leben" selbst. Man kann nicht mit Begriffen leben, noch Begriffe malen, aber nur in Begriffen erklären und beschreiben, das heißt Wissenschaft treiben. Naturwissenschaft ist wesenhaft erklärend, Begriffe  bildend,  Naturgesetze suchend, unter Zuhilfenahme von Beschreibungen. Kulturwissenschaft wesenhaft beschreibend, Begriffe  benützend  (und bildende Kunst), das Individuum suchend. Soziologie ist ein Teil der gesetzesuchenden "Natur"wissenschaft; Paläontologie ein Teil der historischen Wissenschaft. Soviel man auch trennen mag, immer greift ein Zweig der Wissenschaft in den anderen über; die Mannigfaltigkeit des uns allein gegebenen wirklichen Lebens duldet keine absolut trennenden Linien. Aber schon auf logischem Gebiet bereitet sich vor der für die denkende Tätigkeit fundamentale Unterschied von Beschreibung und Erklärung. Das Gesagte läßt sich zum Schluß schematisch zusammenfassen:




LITERATUR - Otto von der Pfordten, Versuch einer Theorie von Urteil und Begriff, Heidelberg 1906
    Anmerkungen
    1) HEINRICH RICKERT, Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung, Tübingen 1902
    2) Siehe hierzu auch GOETHEs Farbenlehre, die die anschaulichen Eindrücke fixieren will, in der Beleuchtung von HELMHOLTZ, Vorträge und Reden I, 3. Auflage, Seite 8f
    3) Zum Beispiel jedes Bewundern der Natur, Beriechen einer Pflanze, Besteigen (sogenanntes Bezwingen) eines hohen Berges, Schwimmen in der See, usw., zu was allem im  Prinzip  Begriffe gänzlich unnötig sind. Ferner die  Technik deren praktischer Teil nur Begriffe benützt, aber nicht auf ihnen ruht, wie es die Wissenschaft tut.
    4) Siehe WILHELM WUNDT, Logik I, I, 2a: nach G. CURTIUS "wußte der Mensch jahrtausende lang einzelne Tiere zu bezeichnen, ehe er einen Ausdruck für die Gesamtheit der Tiere fand".
    5) Siehe HEINRICH RICKERT, Gegenstand der Erkenntnis, Seite 227: "Die Naturgesetze sind unbedingt allgemeine Urteile."
    6) Siehe HENRI POINCARÉ, Wissenschaft und Hypothese, Ausgabe Lindemann, 1904, Seite XIII: "Was (die Wissenschaft) erreichen kann, sind nicht die Dinge selbst, ... sondern es sind einzig die Beziehungen zwischen den Dingen." Dann besonders Seite 143f
    7) Und damit der  Phantasie,  d. h. spezieller reproduzierender Fähigkeiten.
    8) Die Fähigkeit dazu kann man erklären zu können hoffen, nicht aber die Anwendung der Fähigkeit im konkreten Fall.
    9) Siehe GOETHE, Über Naturwissenschaft: "Wissenschaften entfernen sich im Ganzen immer vom Leben und kehren nur durch einen Umweg wieder dahin zurück."
    10) Es wäre gut, den Terminus "Idee" für die höhere Ordnung von Begriffen zu reservieren, mit denen sich erkenntnistheoretische Untersuchungen beschäftigen und über deren a priori allein gestritten werden kann. "Begriffe" bleibt dann die Überzahl dessen, was sich der Geist erst mühsam bilden mußte.