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GUSTAV STÖRRING
Die Erkenntnistheorie
von Tetens

[2/2]

"Wann fassen wir Etwas als  ein  Ding auf?: Ich sehe da ein kleines Bild vor mir liegen, das ich mit  einem  Blick, wie es mir vorkommt,  ganz  mit meinem Anschauen umfasse und fühle den entstehenden Eindruck davon. Diese Empfindung mag aus einer Menge, und aus einer unzähligen Menge von kleineren Gefühlen bestehen, die aufeinanderfolgen; und jedes auf einmal vorhandene Gefühl mag mehrere einfachere gleichzeitige in sich enthalten, so ist es doch für mich  ein  Gefühl, und  ein  und derselbe  Aktus des Bewußtseins,  womit ich diese Summe von Gefühlen, oder was es ist, zusammennehme, und daher als  eine  Empfindung unterscheide. Ich bemerke keine Mannigfaltigkeit in diesem Aktus, und keine Folge, und keine Teile, oder wenn ich sie auch nachher bemerke, so sondere ich solche nicht voneinander ab. Sie machen ein  vereinigtes Ganzes  in der Empfindung und in der Wiedervorstellung aus, dessen Teile in Verbindung miteinander vorhanden sind."


II. Die Denkgesetze, der Satz vom unmittelbaren
Bewußtsein und die Formen der Verhältnisgedanken


b) Die einzelnen Verhältnisgedanken

1. Einerleiheit und Verschiedenheit

Von den einzelnen Verhältnisgedanken wollen wir zunächst die Verhältnisse der Einerleiheit und Verschiedenheit behandeln. Das Denkgesetz der Identität wurde übrigens, wie man sich entsinnt, so gefaßt, daß es mit diesem Verhältnis der Einerleiheit von Dingen identisch ist.

Die Grundlage der Ideen der Einerleiheit und Verschiedenheit haben wir kennen gelernt: bei der Idee der Verschiedenheit außer dem Gefühl des Übergangs zwei absolute Modifikationen, herrührend vom Verschwinden einer Vorstellung und dem Entstehen einer anderen; bei der Idee der Einerleiheit eine weit geringere Qualität von Veränderung.

Nach TETENS bestehen die Ideen der Verhältnisse in der Wahrnehmung der absoluten Modifikationen, welche durch die Verhältnisgedanken hervorgerufen werden. Da sieht man hier allerdings eine eminente Differenz zwischen der Wahrnehmung dieser absoluten Veränderungen, der inneren Empfindungen und dem klar und deutlich auftretenden Verhältnisgedanken hervortreten. Man muß hier eine Deutung der inneren Empfindungen, welche bei den Vergleichungen entstehen, durch die Erfahrung in Anspruch nehmen, wenn man dem Tatbestand gerecht werden will. Es liegt allerdings andererseits ein Verdienst von TETENS darin, daß er erkannt hat, daß der Verhältnisgedanke mit dem Verhältnisgefühl oder besser mit diesen durch den Übergang beim Vergleichen entstehenden absoluten psychischen Veränderungen nicht identisch ist.


2. Räumliche und zeitliche Beziehungen

Wir erörtern bei der Behandlung der räumlichen und zeitlichen Beziehungen zunächst die psychologische Frage nach ihrer Genesis und sodann die erkenntnistheoretische nach ihrer Gültigkeit. Für diese Behandlung kommen bei TETENS folgende Stellen in Betracht: er handelt darüber zuerst im 2. Versuch, wo er "über das Gefühl, über Empfindungen und Empfindnisse" spricht (I 199-201), sodann im 3. Buch, welches das Wahrnehmen behandelt (I, 277f), im 4. Buch, wo er die Denkkraft und das Denken untersucht (I, 359, 398), und im 7. Buch, Von der Notwendigkeit der allgemeinen Vernunftwahrheiten (I, 513).

Zunächst die  Genesis unserer Raumvorstellungen.  Die räumlichen Beziehungsideen entwickeln sich im Anschluß an Empfindungen des Gesichts und des Gefühls" (1) und bestehen darin, daß wir "die mehreren einzelnen Gefühle und Empfindungen in  ein  Ganzes  zusammennehmen". 

Bleiben wir bei dieser Feststellung zunächst einmal stehen. Wir wollen genauer bestimmen, einmal
    - was bei diesen Beziehungen "zusammengenommen" wird, sodann

    - wodurch dieses "Zusammennehmen" bewirkt wird, und zuletzt

    - Was durch dieses "Zusammennehmen" zustande kommt.
Also zunächst: Was wird bei diesen Beziehungen zusammengenommen? TETENS sagt zunächst: "Empfindungen des Gesichts und Gefühls", sodann genauer: eine "Reihe von einzelnen Aktus des Sehens" und des Fühlen.
    "Wenn ich mit dem Auge von der Erde zum Mond hinauffahre, so ist eine Reihe von einzelnen Aktus des Sehens vorhanden, die ich untereinander nicht unterscheide, aber zusammennehme; und das Nämliche ereignet sich, wenn ich mit der Hand einen Kreis in der Luft mache (Aktus des Gefühls), ohne an einen Körper anzustoßen." (2)
Bei den Aktus des Sehens und Fühlens würden wir an die Empfindungstätigkeit im Gegensatz zum Empfindungsinhalt denken können. Noch bestimmter drückt sich TETENS hierüber da aus, wo er zeigt, daß die einzelnen Verhältnisgefühle absolute Modifikationen der Seele zum Gegenstand haben. Da entwickelt er über die absoluten Veränderungen, die dieser Verhältnisidee zugrunde liegen; folgendes:
    "In allen Fällen, wo wir, es sei mit Grund oder ohne Grund, solche Beziehungen in den gegenwärtigen ideellen Objekten empfinden, entsteht beim Übergang von der vorstellenden und empfindenden Kraft vom einen zum andern eine absolute und positive Modifikation und bei jedweder besonderen Art der Verhältnisse eine eigene von einer eigenen unterschiedene Art, welche gefühlt und bei einer genaueren Beobachtung unserer selbst bemerkt werden ... Ich sehe, daß der Turm weiter von mir absteht als das Haus, daß ein Wasser mir näher ist als das jenseits desselben liegende Gehölz. Nun sei dies ein Gedanke oder ein Gefühl [letztere Anschauung die von BONNET, erstere die von TETENS], so entsteht entsteht jener sowenig als dieses, ohne daß in mir, indem ich die Augen vom einen zum anderen hinwende, eine Veränderung vorgeht, die entweder an Graden oder Stufen oder an sonstigen Beschaffenheiten von einer anderen in einem anderen Fall unterschieden ist, und die als etwas Gegenwärtiges und Absolutes gefühlt wird, oder doch gefühlt werden kann. Sie ist es, wobei ich die Beziehung des  einen  Objekts auf das andere nicht bloß denke, sondern empfinde und wahrnehme. Sie ist der empfundene Charakter der objektiven Beziehungen der Dinge.  Ich muß z. B. die Augen in dem einen Fall weiter hindrehen als im anderen, und jede Drehung ist ein neuer Eindruck auf das Gefühl;  oder ich muß sie auf eine andere Art wenden; und dann entstehen neue Eindrücke, indem die vorhergehenden aufhören." (3)
Es werden hier also als absolute Veränderungen, welche den Gegenstand des Verhältnisgefühls hier bilden, Eindrücke bezeichnet, welche durch eine Drehung der Augen (in diesem speziellen Fall) entstehen. Es handelt sich also um das, was wir Bewegungsempfindungen nennen. Sie sind die Empfindungen, welche in den räumlichen Verhältnisgedanken "zusammengenommen" werden, also Bewegungsempfindungen im Gebiet des Gesichts und des "Gefühls", wie sie bei den "Aktus des Sehens" und Fühlens entstehen.

Die Frage weiter,  wodurch dieses Zusammennehmen der verschiedenen Empfindungen zu einem Ganzen bereitet wird,  beantwortet sich leicht. Es ist unsere "beziehende Tätigkeit" nach TETENS. "Sie vereinigt die mehreren Gefühle zu einem Ganzen." (4) Diese Beziehung muß man scheiden von einer anderen Beziehung, die sich dieser ersteren da anschließt, wo diese Gefühle -sagen wir deutlicher die Bewegungsempfindungen - mit Empfindungen wahrgenommener Gegenstände kompliziert sind. Da werden letztere auf das zusammengenommene Ganze der Bewegungsempfindungen bezogen.
    "Mit diesem ganzen Gefühlsaktus werden die besonders hie und da in ihm zerstreuten klaren Gefühle von einzelnen wahrgenommenenen Gegenstände verbunden, und auf ihn bezogen, wie Teile in einem Ganzen auf dieses Ganze, worin sie sind. Sowohl jenes Zusammennehmen der ununterscheidbaren Teile als dieses letztere, sind Beziehungen." (5)
Was kommt nun durch dieses Zusammennehmen zustande?  Ein Ganzes, das
    "aus mehreren Teilen besteht, die für sich nicht voneinander unterschieden, aber in eins zusammengezogen und als ein ununterbrochenes Ganzes vorgestellt wird".
Wir haben damit die oben zunächst aufgeworfenen Fragen beantwortet und schreiten weiter in der Rechenschaftsablegung von der Genesis der räumlichen Verhältnisideen.  Das so entstandene Ganze der Empfindungen bildet den Stoff zur Idee der räumlichen Beziehung.  (Jenen zusammenfassenden Aktus könnte man also auch als den Verhältnis gedanken  bei den räumlichen Beziehungen bezeichnen.)
    "Die eigentliche Materie zu einer Idee vom Raum, das Bild oder die Vorstellung, die als wahrgenommene Vorstellung, die Idee vom Raum ausmacht, ist nicht der Aktus, womit die mehreren Gefühle zu  einem  ganzen  vereinigt  werden, sondern vielmehr ihre  Wirkung,  das vereinigte Ganze der Empfindung, dessen Bestandteile die ununterschiedenen Gefühle sind, das ist der ganze vereinigte Aktus der Empfindungen." (6)
Die letztere Bestimmung macht TETENS KANT gegenüber, von dem er mit Bezugnahme auf dessen Dissertation sagt, er habe zuerst erkannt, der Raum sei eine gewisse instinktartige Weise, die koexistierenden Dinge beieinander zu ordnen, dessen Ansicht ihm aber des Näheren die zu sein scheint, daß die beziehende Aktion der Seele, durch die sie die verschiedenen Empfindungen zusammennimmt, den Stoff zu unserer Idee von räumlichen Verhältnissen ausmacht.

Wie aus diesem Stoff zur Idee der räumlichen Beziehung die Idee der räumlichen Beziehung selbst wird, brauchen wir hier nicht weiter auszuführen. Wir verweisen auf das über die Entstehung von Verhältnisideen im allgemeinen Gesagte.

Über die Entstehung der Verhältnisideen der räumlichen Verhältnisse ist noch das Eine nachzutragen, daß diese Verhältnisideen (gerade so wie die der zeitlichen Verhältnisse) sich bilden können ohne Ideen der sich aufeinander beziehenden Objekte, wobei dann die Aktion des Beziehens klar wahrgenommen wird, nicht aber die gedachten Objekte. (7)

Aus den Ideen von einzelnen Räumen entsteht sodann der "Gemeinbegriff" vom Raum, der Gemeinbegriff von  "Einem ganzen alles umfassenden unendlichen Raum". (8)

Was nun die  erkenntnistheoretische  Frage nach der objektiven Gültigkeit der Raumvorstellung betrifft, so bestätigt die soeben entwickelte Genesis der Ideen von räumlichen Beziehungen zunächst das über die Verhältnisideen im allgemeinen Gesagte. Auch diese Verhältnisideen entspringen aus dem Verstand, aber diese räumlichen Verhältnisgedanken und Verhältnisideen sind doch eine Wirkung der ideellen Objekte auf uns.
    "Wenn die Lage der Dinge gleich nichts  objektives  außer uns wäre, wie manche behaupten (und wie sich in der späteren, von uns schon zum Teil referierten Entwicklung bestätigt), so ist sie doch eine  Wirkung von den ideellen Objekten  in uns, und von deren Gegenwart und Wirkung in und auf unsere empfindende und vorstellende Seele.  Also bezieht sie sich auf etwas in den Objekten und in den Vorstellungen von ihnen."  (9)
Später bei der allgemeinen endgültigen Untersuchung über objektive Gültigkeit der Verhältnisideen kommt TETENS zu einem ähnlichen Resultat, nur trägt da die Anschauung noch ein interessantes spezifisches Gepräge.

Die Anschauung über die Raumvorstellung, die vTETENS entwickelt, tritt vielleicht noch klarer hervor, wenn ich mit einigen Worten auf einige Irrtümer eingehen, die einer von den Autoren, die sich mit der Erkenntnistheorie von TETENS beschäftigt haben, in der Auffassung der beiden Anschauungen von TETENS begangen hat. Dieselben sind dadurch bedingt, daß TETENS bei der Entwicklung seiner Anschauung über die Raumvorstellung die Bekanntschaft mit seinen Anschauungen über Verhältnisgedanken, Verhältnisideen und Verhältnisbegriffe voraussetzt und eine Orientierung über letztere nicht so leicht zu gewinnen ist. OTTO ZIEGLER (10) meint, TETENS definiert den Raum (und die Zeit) als Begriff. Das ist ein sehr grobes Versehen. Man erkennt leicht, daß der Raum für TETENS in erster Linie eine Verhältnisidee ist; Verhältnis ideen  haben wir in den einzelnen klaren räumlichen Auffassungen vor uns. Diese setzen einen Verhältnis gedanken  voraus und auf sie gründet sich ein Gemein begriff  von Raum, ein "Begriff", der eine solche Bestimmung findet, daß er den Charakter des Begriffs fast ganz verliert: wir sehen TETENS sprach von  einem  ganzen einheitlichen Raum, dessen Teile in den einzelnen Verhältnisidee erfaßt werden.

Sodann sollen nach TETENS die unklaren Empfindungen des Gesichts und Gefühls mit klaren Empfindungen von wahrgenommenen Gegenständen zu einem Ganzen der Raumauffassung vereinigt werden. Hier wird dann gefragt, auf welche Weise die klaren Empfindungen mit den unklaren in einen Zusammenhang zu bringen sind, wie "dieses Gemisch von Vorstellungen, die alle nur qualitativ verschieden sind, die Vorstellungen sowohl vom Raum (als auch von der Zeit) an uns bewirken sollen". Wir sahen aber, daß TETENS nur die Empfindungen, die wir als Bewegungsempfindungen charakterisieren zu dürfen glaubten, durch einen Aktus der Beziehung zusammenfassen läßt und daß er dann hinterher  etwaige  wahrgenommene Gegenstände auf dieses Ganze bezogen werden läßt.

Zuletzt soll die Entwicklung, daß die Raum- (und Zeit-)vorstellung ohne Wahrnehmung von aufeinander bezogenen Objekten zustande kommen kann, als ein der TETENS'schen Anschauung heterogenes Element von KANT entlehnt sein, diese Auffassung soll gar nicht zu den übrigen Anschauungen TETENS stimmen. In Wirklichkeit hängt diese Anschauung aber auf das Engste mit der TETENS'schen Lehre von den Verhältnissen zusammen. Wir wissen, daß die Verhältnisideen Verhältnisgedanken voraussetzen, daß Verhältnisgedanken nicht ohne Vorstellungen möglich sind, die in Beziehung zueinander gesetzt werden, und daß durch Wahrnehmungsprozesse aus den betreffenden Vorstellungen Ideen und aus den Verhältnisgedanken Verhältnisideen werden (11). Nun setzt aber die Wahrnehmungstätigkeit unter den einen Bedingungen zuerst bei den Verhältnisgedanken, unter den anderen zuerst bei den Vorstellungen an, auf welche sich dieselben beziehen. Das ist nicht nur hier der Fall, sondern bei  allen  Verhältnissen. TETENS sagt:
    "Es ist oben in der Betrachtung über die ursprünglichen Denkarten bemerkt worden, es sei ganz wohl möglich, daß ein Gedanke von den Verhältnissen und Beziehungen der Dinge, von ihrer ursächlichen Verbindung, von ihrer Koexistenz, auch von ihrer Ähnlichkeit und Verschiedenheit, nicht zur  zugleich  entstehen kann, wenn das Wahrnehmen der bezogenen Dinge selbst zustande kommt, sondern daß jene Verhältnisideen auch wohl noch vor dem Wahrnehmen der aufeinander bezogenen Sachen vorhergehen und zuweilen allein ohne das letztere vorhanden sein können." (12)
Bei den räumlichen und zeitlichen Beziehungen tritt der letztgedachte Fall nur häufiger auf. -

Die Entstehung der  zeitlichen Beziehung  weicht nach TETENS von der der räumlichen nur in zwei Punkten ab. Die Ideen von räumlichen Verhältnissen entwickeln sich im Anschluß an Empfindungen im Gebiet des Gesichts und  "Gefühls,  die Ideen von zeitlichen Verhältnissen entwickeln sich in "allen unseren Gefühlsarten" (13), bei den "Aktus des Gesichts und des Denkens" (14), d. h. also bei allen psychischen Akten. Das ist das Eine. Eine spezielle Bedingung für die Entwicklung der zeitlichen Auffassung bei den beschriebenen Prozessen des Zusammennehmens (und Wahrnehmens) ist nun in folgender Stelle  angedeutet:  "es sind erforderlich  in uns fortgehende Aktus des Gefühls, die ihre Sukzession und Länge haben."  Hier ist die Ausdrucksweise von TETENS offenbar sehr unbestimmt. -

Kritisch ist gegen die Raumauffassung von TETENS zunächst zu sagen, daß die behauptete Beziehung der betreffenden Empfindungen zu einem Ganzen durch eine Funktion der "Denkkraft" gar nicht vorliegt. Das ist einfach eine intellektualistische Ausdeutung eines gegebenen psychischen Tatbestandes.

Sodann begreift man nicht, wie aus dem durch eine Aktus der Beziehung gewordenen Ganzen der Empfindung, aus den zu einem Ganzen zusammengefaßten Bewegungsempfindungen durch die einfache Wahrnehmung eine räumliche Auffassung, etwas dem Inhalt nach qualitativ davon ganz verschiedenes werden kann.

Zuletzt hätte man vielleicht erwarten können, daß besonders hervorgehoben wurde, daß bei dieser Art von Verhältnissen die Materie zu den Verhältnisideen nicht etwa eine bloße innere Empfindung eines Verhältnisgedankens ist, wie uns das in der allgemeinen Entwicklung klar gemacht wurde, sondern hier ist die Materie ein Ganzes, welches die Wirkung eines Verhältnis gedankens  in dem Sinne ist, daß durch den Verhältnisgedanken die  Empfindungen  zu einem Ganzen vereinigt werden und als ein solche Ganzes Materie für die Entwicklung der Verhältnisidee ist. Interessant ist aber, daß TETENS' Entwicklung selbst diese differenten Abhängigkeitsbeziehungen nachweist, wenn diese Differenz auch nicht besonders hervorgehoben ist.


3. Die Kausalbeziehung

TETENS gibt eine psychologische Genesis der Idee der ursächlichen Verknüpfung und eine erkenntnistheoretische Rechtfertigung dieser Idee. Wir behandeln zunächst  die psychologische Genesis der Idee der kausalen Verbindung. 

TETENS entwickelt seine Auffassung hierüber im Anschluß an die Besprechung der Behandlung dieses Problems von Seiten HUMEs. Er referiert von HUME, daß er Rechenschaft gegeben hat über die Genesis der Idee der kausalen Verknüpfung durch den Hinweis darauf, daß bei einer beständigen Folge gewisser Erscheinungen sich eine Assoziation zwischen den Vorstellungen dieser Erscheinungen ausbildet, die an Innigkeit mit der Häufigkeit steigt und aufgrund deren nun bei der Empfindung oder Vorstellung des  Antecedens  (dessen, was wir Ursache nennen)  sich uns die Vorstellung des Consequens  (dessen, was wir Wirkung nennen)  aufdrängt.  "Indem wir nun diese Folge der Ideen außerhalb von uns in die Objekte übertragen", so entspringt der Gedanke, "wenn  einer  von jenen Gegenständen vorhanden ist, auch der zweite vergesellschaftet sein wird", das heißt, wir stellen uns das Eine wie die Ursache, und das Andere wie die Wirkung vor und denken eine  verursachende  Verbindung zwischen ihnen."

Welche Stellung nimmt nun TETENS zu dieser Entwicklung HUMEs ein?

Zunächst gibt er HUME darin recht, daß er den Gedanken: ein Ding ist die Ursache von einem anderen, auf eine Verbindung der  Vorstellungen  von diesen Größen gegründet sein läßt. Wir werden später sehen, daß TETENS nur eine andere Art der Verbindung der Vorstellungen für die Entstehung dieses Gedankens in Anspruch nimmt. (15)

Zweitens erkennt TETENS an, daß wir "die beständige Folge der Empfindungen der Dinge als einen Charakter ihrer ursächlichen Beziehung gebrauchen. Er fügt aber noch ergänzende Bedingungen dazu: dieses Merkmal ist nur dann ein "völlig zuverlässiges", wenn in dem, was wir als Ursache ansprechen, etwas angetroffen wird, was wir  Tätigkeit  nennen, und sodann, wenn wir uns versichern können, daß nicht etwa noch eine andere Veränderung vorliegt, die als Ursache angesprochen werden könnte. Eine sichere Garantie dafür, daß dies nicht der Fall ist, wird uns da gegeben, wo wir mit der Behinderung oder dem Aufhören des betreffenden Antecedens das Consequens zurückbleiben oder aufhören sehen.

Man sieht, hier ergänzt TETENS die logischen Feststellungen HUMEs bezüglich der Kausalbeziehung in ähnlicher Weise, wie das später von JOHN STUART MILL geschehen ist. MILL forderte neben der Unveränderlichkeit der Folge der Veränderungen, noch die Unbedingtheit dieser Folge. Hier wird von TETENS schon die ähnliche Forderung erhoben, wenn er fordert, "daß sonst außer jener Ursache nichts vorhanden ist, was die erfolgte Wirkung hervorbringen kann." Wir handeln hiervon später genauer.

Drittens hat TETENS zur Entwicklung HUMEs zu bemerken, daß von der Tatsache, daß wir die Wirkung  durch  die Ursache hervorgebracht auffassen, nicht genügend Rechenschaft gegeben wird, wenn man dieselbe durch die assoziative Beziehung der betreffenden Ideen erklärt. Der dadurch erzeugte assoziative Zwang von der Vorstellung des Antezedens [das Vorhergehende - wp] auf die Vorstellung des  Consequens  [das Nachfolgende - wp] überzugehen, kann diese Tatsache nicht begreiflich machen. In manchen Fällen hat allerdings "die Verbindung zwischen den Ideen von Ursache und Wirkung allein in der  Assoziation der Einbildungskraft  ihren Grund" - das sei der Fall bei den meisten einfachen Grundsätzen der Naturlehre - aber andererseits gilt doch auch für die Fälle, "daß wir in unserem Urteil über die Dependenz voneinander uns noch etwas mehreres unter ihrer ursächlichen Verknüfung vorstellen als die Assoziatioin in den Ideen und die bloße Mitwirklichkeit in den Objekten." In solchen Fällen "setzen wir demnach in uns selbst voraus, daß noch eine andere reelle Verknüpfung zwischen den Objekten vorhanden ist." (16) Daß die Assoziation der betreffenden Vorstellungen die Idee der reellen Verknüpfung der Vorgänge nicht verursacht, ist deutlich daraus zu erkenne, daß, "sobald wir einsehen, daß jene Verbindung der Ideen nichts mehr ist, als eine Assoziation der Einbildungskraft, und daß es eine bloß  subjektive  Notwendigkeit ist, womit  eine  auf die andere folgt",  das "Urteil des Verstandes" wegfällt, wodurch die Objekte für abhängig voneinander erklärt werden.  Die HUMEsche Zurückführung der Idee der ursächlichen Verknüpfung von Vorgängen, auf eine Übertragung der assoziativen Beziehung der bezüglichen Vorstellungen auf die Objekte, können mithin unmöglich zu recht bestehen. Man könne zwischen den Ideen von Ursache und Wirkung leicht eine notwendige Beziehung, eine notwendige Folge, konstatieren. Die Idee der notwendigen Folge beruth also nicht auf einem assoziativen Zwang, sie mag im übrigen sein, was sie will, möge auch über ihre Berechtigung denken, wie man will, darauf kommt es hier noch nicht an. (17)

Ist dieser Einwand gegen HUMEs Ausführung berechtigt? HUME würde auf diese Einwand die Antwort geben können: In diesem Argument ist vorausgesetzt, daß die Idee der kausalen Verknüpfung als auf dem assoziativen Zwang, von der Vorstellung dessen, was wir Ursache nennen, zur Vorstellung dessen, was wir Wirkung nennen, überzugehen, beruhend aufgefaßt würde. Die Idee der kausalen Verknüpfung kann aber sehr wohl auf einem assoziativen Zwang, von der Vorstellung dessen, was wir Ursache nennen, auf die Vorstellung dessen, was wir Wirkung nennen, überzugehen, beruhen, ohne als darauf beruhend aufgefaßt zu werden. Das setzt er nie voraus. Und das setzt er in der Tat nicht voraus. Der subjektiv empfundene Zwang wird ohne weiteres in die objektiven Vorgänge hineingedacht.

TETENS könnte ja deshalb doch noch HUME gegenüber Recht haben in der Verwerfung der Assoziation der Ideen als genügendem Erklärungsgrund für die Entstehung der Idee der ursächlichen Verknüpfung, und durch diese Verwerfung veranlaßt sein, zufriedenstellendere Rechenschaft über die in der Rede stehende Genesis zu geben. Beides ist in der Tat der Fall, wie sich im folgenden herausstellen wird.

In dieser Kritik HUMEs stecken die Keime zur Auffassung der psychischen Genesis der Idee der kausalen Verknüpfung von TETENS. Zwei Faktoren sind es nach TETENS, welche die Entstehung der Idee der kausalen Verknüpfung bedingen; den einen gewinnt er aus der Kritik der HUMEschen Annahme einer beständigen Folge von Veränderungen als objektiver Voraussetzung - diese ergänzende Kritik haben wir kennen gelernt -, den andern aus der Verfolgung des Gedankens, daß die subjektive Voraussetzung der  notwendigen  Verknüpfung von Ursache und Wirkung für die Entstehung des Gedankens in etwas anderem liegen muß als in der bloßen Assoziation von Vorstellungen.

Die Idee der notwendigen Verknüpfung entsteht zunächst aus  gewissen Erscheinungen des Willenslebens,  bei denen sich uns über die bloße Folge der Empfindungen hinaus Modifikationen im Consequens bei Variationen des Antezedens aufdrängen. Gemeint ist die Beziehung des "eigenen Bestrebens" zu dessen Wirkungen. Wir fülen ein Bestreben und eine Tätigkeit bei demselben (18) und wir empfinden die Wirkung dieses Bestrebens.
    "Mit diesen Empfindungen verbinden wir einen Gedanken, der entweder in den nämlichen Empfindungen erzeugt ist, oder auch aus andern vorhergehenden herrührt, nämlich daß, wenn die Wirksamkeit im Vorhergehenden, was die Ursache ist, aufhört oder unterbrochen wird, auch das Nachfolgende, was die Wirkung ist, zurückbleibt. Dergleichen Unterbrechungen unserer Bestrebungen werden oft genug empfunden. Solange wir unser Bestreben fühlen, empfinden wir auch ihre hervorkommenden Wirkungen, aber wenn jene aufhören, so hören auch diese auf. Wenn irgendeinmal jenes Bestreben fortdauert und dennoch nichts erfolgt, so fühlen wir etwas anderes, was wir den Widerstand oder das Hindernis nennen." (19)
In der Beziehung des Bestrebens zu seinen Wirkungen ist uns also mehr gegeben als "eine bloße Folge von Empfindungen". Da erfahren wir, daß, solange das Antezedens dauert, auch das Consequens dauert (wenn nicht irgendwelche Komplikationen dieses Consequens verändern), und daß das Consequens aufhört allemal dann, wenn das Antezedens aufhört. Diese Erfahrungen der Beziehung von beiden bieten sich uns aber sehr häufig dar. Aus ihnen beiden bilden wir die Idee der notwendigen Verknüpfung von Ursache und Wirkung.
    "Es kommen also mehrere Verbindungen von Vorstellungen und Ideen zusammen, durch welche der Aktus der Denkkraft bei dem Gedanken von einer ursächlichen Verbindung bestimmt wird. Und diese Züge der Empfindung des erwähnten Aktus sind beieinander und müssen also auch im Gemeinbegriff von der Verursachung, der aus dieser Empfindung genommen ist, bei einander bleiben, wenn seinem Gehalt nichts entzogen werden soll." (20)

    "Eine Folge von Eindrücken empfinden, und auch beständig die nämliche Folge empfinden, dies gibt zwar einige von den wesentlichen Zügen des Begriffs her, aber nicht alle Grundteile desselben."
In diesen letzten Auseinandersetzungen ist das Resultat etwas wenig bestimmt angegeben.

"Diesen aus unserem Selbstgefühl genommenen Begriff tragen wir auf die äußeren Gegenständen über" - oder, nach den eigenen Bestimmungen von TETENS, daß in der Ursache eine Tätigkeit (21) angetroffen wird und die Wirkung immer ein werdendes oder entstehendes Ding ist (22), besser gesagt - auf die äußeren Veränderungen.

Veranlassung zu dieser Übertragung ist für uns da gegeben, wo wir eine Folge von Empfindungen bemerken und wo wir - das muß in den meisten Fällen hinzukommen (23) - "sonst nichts wahrnehmen, dem die Hervorbringung der Wirkung zugeschrieben werden könnte". (Wenn hier von Hervorbringung der Wirkung gesprochen wird, so ist das eine ungenaue Bezeichnung, wie man sie bei TETENS häufig konstatieren kann. Von einer Hervorbringung dürfte TETENS hier eigentlich noch gar nicht reden: von dieser Seite des Begriffs der Kausalbeziehung hat er bis jetzt keine Rechenschaft gegeben.)

Überall wo uns nur eine Folge von Empfindungen und etwa nach das Fehlen einer anderen Veränderung, die für die Wirkung in Anspruch genommen werden könnte, gegeben ist und wir den Begriff der ursächlichen Beziehung anwenden, da legen wir mehr in die äußeren Objekte hinein, nämlich diesen aus den Tatsachen des Willenslebens gewonnenen Begriff von der ursächlichen Verknüpfung. (24)

Die soeben dargestellt Verwertung von Tatsachen des Willenslebens für die Entstehung des Begriffs der ursächlichen Verknüpfung ist von RIEHL und auch von mir selbst in der oben erwähnten Preisschrift dahin mißverstanden worden, daß es sich um eine Verwertung der Willensphänomene handelt in einem ähnlichen Sinn, wie dieselbe von HUME widerlegt oder vielmehr zu widerlegen versucht worden ist. RIEHL läßt nämlich (25) TETENS hier folgende Anschauung aussprechen:
    "Die innere Erfahrung lehrt, daß wir unser Bestreben fühlen und, solange wir es fühlen, auch die aus ihm hervorkommenden Wirkungen empfinden. Der empfundene Trieb des Strebens verbreitet sich über die Empfindungen der an ihn geknüpften Äußerungen. Dieses unser Selbstgefühl übertragen wir sodann auf die äußeren Gegenstände."
Nach unserer Darstellung ist von einer Übertragung des Selbstgefühls auf die äußeren Gegenstände bei TETENS gar nicht die Rede. Es handelt sich hier, wie man sieht, um ganz differente Anschauungen. Nach der einen Auffassung soll das bei der Willenshandlung empfundene Bestreben in die äußeren Vorgänge hineingetragen werden (geläufige Annahme!), nach der anderen sollen sich die Willenshandlungen dadurch auszeichnen, daß eine oben näher charakterisierte Beziehung zwischen  Antecedens  [das Vorausgehende - wp] und  Consequens  [das Nachfolgende - wp] bei ihnen häufig hervortritt und deshalb durch sie zuerst zu Bewußtsein kommt und nun der Begriff dieser Beziehung auf die äußeren Vorgänge übertragen wird (TETENS eigentümliche Annahme!). Wir verweisen für unsere Auffassung auf die von uns gegebenen Zitate aus Seite 323f, sowie darauf, daß der Inhalt dieser Ausführung (323f) einen deutlich hervortretenden Parallelismus zu den Stellen Seite 315 und 316 zeigt, wo TETENS die zweite Bemerkung zur HUME'schen Entwicklung macht und die charakterisierte Beziehung zwischen  Antecedens  und  Consequens  im allgemeinen bespricht.

Übrigens scheint mir das Mißverständnis von RIEHL durch TETENS selbst verschuldet zu sein. TETENS drückt sich einmal in einer von uns auch schon zitierten Stelle sehr breviloquent [kurz im Ausdruck - wp] folgendermaßen aus: "Diesen aus unserem Selbstgefühl genommenen Begriff tragen wir auf die äußeren Gegenstände über." (26) Voraufgegangen ist die genauere Auseinandersetzung darüber, welche Art von Beziehung zwischen Antecendens und Consequens uns in der Beziehung unseres Strebens zu den Wirkungen desselben entgegentritt. Hier faßt TETENS die Gefühle und Empfindungen (gefühlt wird nach ihm das Bestreben, empfunden die entfernteren Wirkungen desselben), auf deren Relationen sich der Begriff der ursächlichen Verknüpfung gründet, zusammen unter den Terminus des Selbstgefühls. Daß er hier vom Selbst gefühl  redet, entspricht seiner etwas laxen Terminologie, indem er die Ausdrücke  Gefühl  und  Empfindung  häufig promiscue [mehrdeutig - wp] gebraucht (mit dem Terminus  Gefühl  hebt er mehr die Empfindungs tätigkeit,  mit dem Terminus  Empfindung  mehr den Empfindungs inhalt  hervor). Vom  Selbst gefühl zu sprechen, wird er hier durch den Gegensatz zu den äußeren Gegenständen veranlaßt. Einen ähnlichen Sprachgebrauch findet man z. B. Seite 404 und 405. - Zuletzt sagt TETENS nicht, daß das Selbstgefühl auf die äußeren Gegenstände übertragen wird, sondern der  aus dem  Selbstgefühl  genommene Begriff. 

In die kritische Würdigung dieser Auffassung von TETENS wollen wir erst nach der Besprechung des zweiten Faktors eintreten, welcher zur Entstehung des Begriffs der ursächlichen Verknüpfung führt.

Der psychologisch  (und erkenntnistheoretisch)  wertvollste Fall der Kausalbeziehung ist uns nach Tetens in unseren Schlußprozessen gegeben,  in der Beziehung der Prämissen zum Schlußsatz (27) Welcher Art ist diese Beziehung? Wenn wir aus zwei Vordersätzen einen Schlußsatz ziehen, haben wir es da vielleicht mit der Wirkung einer Assoziation einer dritten Idee an die beiden voraufgegangenen zu tun? Das auf keinen Fall. Denn häufig sind die betreffenden Gedanken noch gar nicht in einer assoziativen Beziehung zueinander getreten. Sodann ist der Schlußsatz aus den Prämissen zu "begreifen". Damit ist eine eigenartige Beziehung bezeichnet, die gar nichts mit Assoziation zu tun hat.
    "Eins aus dem Anderen zu begreifen heißt nicht, einen Gedanken auf den andern folgen zu sehen, mit dem er vorher schon in Verbindung gewesen ist und durch den er jetzt nach dem Gesetz der Assoziation wiederum erweckt wird. Vielmehr sobald wir gewahr werden, daß die Folge eines Gedankens auf den andern nur durch dieses Mittel geschieht, so verneinen wir es geradezu, daß wir jenen aus diesem  begreifen." (28)
Nun folgt eine schöne Beschreibung des Begreifens:
    "Das Begreifen erfordert, daß die Folgegedanken auf die fortwährende Tätigkeit des Verstandes, der sich mit dem Grundgedanken beschäftigt, hervorkommen, auch ohne vorher jemals in dieser Folge gewesen zu sein. Die Phantasie mag durch die Stellung der Ideen, welche zu einem neuen Gedanken gehören, dem einsehenden Verstand vorgehen oder zu Hilfe kommen, aber der neue Gedanke selbst ist nicht ihr Werk." (29) "Wenn der Geometer ein Korollarium [Ableitung - wp] aus seinem bewiesenen Theorem herleitet, so ist er das erstemal schon von dem Zusammenhang überzeugt. Warum? Darum etwa, weil Korollarium und Theorem in unmittelbarer Folge von ihm gelesen, gehört und vorgestellt worden und in eine unzertrennliche Verbindung in der Phantasie getreten sind? So etwas geht im Kopf desjenigen vor, der die Geometrie auswendig erlernt hat; aber so ist es nicht bei dem, der sie durchgedacht und eingesehen hat. Hier ist ein fühlbarer Unterschied." (30)
Beim Schließen ist uns also unmittelbar psychisch gegeben das  Hervorkommen  einer Wirkung  aus  der Ursache! Das macht diesen Fall von Kausalbeziehung zu einem einzig Dastehenden. Das war nach TETENS nicht der Fall bei den Willenshandlungen, wir glaubten auch nicht etwa nach TETENS fälschlicherweise, daß uns im Willensleben ein solches Hervorkommen aus der Ursache gegeben ist.

Zu dieser Auffassung des Schließens als eines exquisiten Falls von Erfahrung und Verursachung bemerkt RIEHL: "Er (Tetens) hält den begrifflichen Zusammenhang von Grund und Folge für einen Fall von Verursachung, während er ein Fall von Identität ist." (31) Doch auch vorausgesetzt, daß im Schließen nur Identitätsbeziehungen gesetzt werden, so werden sie doch eben  gesetzt.  Der psychische Prozeß des  Setzens  von Identitätsbeziehungen kommt doch wohl nicht anders als durch ein kausales Geschehen im Denken zustande.

Den aus dem erlebten Verhältnis der Prämissen zum Schlußsatz gewonnenen Begriff von der ursächlichen Verknüpfung übertragen wir nun auf das äußere Geschehen.

Diese Übertragung findet da statt, wo wir die Wirkung aus der Ursache für begreiflich halten oder wo wir zumindest etwas am Eintreten der Wirkung zu begreifen glauben und begreifen.

Nicht immer halten wir die Wirkungen aus Ursachen begreiflich.
    "Wir sehen so viele Dinge für Ursachen und Wirkungen an und sagen nicht, daß wir diese aus jenen begreifen, das können wir auch nicht sagen, wenn wir aus unserer Denktätigkeit wissen, was begreifen heißt. Es liegt auch nicht allemal daran, daß wir etwa dasjenige, was in der Reihe zwischen Ursache und ihrer Wirkung liegt, nicht genau und deutlich genug empfinden und uns vorstellen." (32)
Wo aber Begreiflichkeit in einem Geschehen vorliegt oder uns vorzuliegen scheint, da setzen wir auch eine ursächliche Verknüpfung in dem beim Schließen erlebten Sinn.
    "In solchen Fällen, wo wir aus der Vorstellung des Vorhergehenden eine nachfolgende wirklich werdende Sache begreifen, da nehmen wir ohne Bedenken eine wirkende Verbindung, eine psychische Abhängigkeit in den Gegenständen selbst an. Denn wo eine solche subjektive Verbindung zwischen den ideellen Dingen in uns ist, daß Eins von ihnen im Voraus als wirklich angenommen - als das vorhergende gedacht -, der Gedanke von der Existenz des zweiten im tätigen Verstand hervorkommt, da legen wir dieselbe Beziehugn auch dem reellen Ding außer uns, oder dem Objekt bei. Die  Begreiflichkeit  des Einen aus dem Anderen ist die  subjektive  Vorstellung und der Charakter im Verstand von der  objektiven Dependenz  der vorgestellten Sachen." (33)
Diese Bestimmung ist hypothetisch zu nehmen. TETENS will hiermit nicht behaupten, wie von einem Bearbeiter der TETENS'schen Erkenntnistheorie fälschlich angenommen wird, daß wir eine Wirkung völlig aus der Ursache begreifen. Er behauptet nämlich an anderen Stellen, wie wir sehen werden, ausdrücklich, daß wir nie aus der Ursache eine Wirkung völlig begreifen können. In einer parallelen Entwicklung (34) wird am Schluß derselben der hypothetische Charakter deutlich hervorgehoben.
    "Da sehen wir mögliche Fälle, wo der Gedanke von der ursächlichen Verbindung seiner Form nach ein subjetivisch  absolut notwendiger  Gedanke sein würde; aber zugleich sieht man auch den Grund, warum von unseren Verhältnisgedanken über die  wirklichen  Verknüpfungen in der Welt, so wenige oder gar keine dahin gehören." (35)
Übrigens ist auch schon direkt aus dem auf unsere Stelle folgenden Passus zu schließen, daß dieselbe hypothetisch gemeint sein muß (obgleich das in der Form nicht hervortritt). TETENS sagt:
    "Indem die Begreiflichkeit des Einen aus dem Anderen, oder das Gegründetsein im Anderen zu einer Idee von der objektiven Abhängigkeit gemacht wird, so wird behauptet, daß die Ursache zur Wirkung in einer solchen objektiven Beziehung steht, daß ein Verstand, der sich jene in einem nötigen Licht deutlich und vollständig vorstellt, und dann in dem zum Begreifen erforderlichen Aktus fortwirkt, die Vorstellung von der nachfolgenden Wirkung in sich hervorbringen, oder doch, wenn ihm diese Idee anderswoher zugekommen ist, mit jener Vorstellung verbinden muß. Ist dies eine Voraussetzung? Das ist es freilich, aber sie ist ein Grundsatz und ein Postulat." (36)
Nun glaubt "der gemeine Verstand" allerdings zuweilen etwas zu begreifen, wo er in Wirklichkeit nichts begreift, wo nur eine assoziative Verbindung der Vorstellungen von aufeinanderfolgenden Veränderungen vorliegen.
    "Wenn der gemeine Verstand oft bloß durch eine Ideenverbindung zu dem Gedanken von der ursächlichen Verbindung gebracht wird, so ist jene für ihn eine Begreiflichkeit des Einen aus dem Anderen. Woher kommt das? Er unterscheidet die verschiedenen Verbindungsarten der aufeinanderfolgenden Ideen nicht, und untersucht ihre Umstände nicht, und bedient sich eines unvollständigen und daher unzuverlässigen Charakters, von dem es nicht zu verwundern ist, daß er so oft trügt." (37)
Hier mag gleich bemerkt werden, daß es verwunderlich ist, wenn TETENS hier vom "gemeinen Verstand spricht". Die Entwicklung, aus welcher dieses Zitat genommen ist, will nur psychologisch-genetisch vom Kausalbegriff Rechenschaft geben. Diese Bemerkung zeigt, daß TETENS hier keine reinliche Scheidung des psychologischen und des erkenntnistheoretische Gesichtspunktes zustande gebracht hat. Er unterscheidet zwar diese Behandlungsweisse voneinander, führt aber die Unterscheidung nicht immer scharf durch. Daß er diese Unterscheidung vollzieht, ergibt sich aus folgender gegen HUME gerichteten Stelle:
    "Gesetz nun auch, es sei dieser Zusatz (gemeint ist die Annahme einer objektiv ursächlichen Verknüpfung) etwas Imaginäres, so würde der ganze Begriff, und das Reelle in ihm, voneinander zu unterscheiden sein; aber im Anfang, wenn die Frage von seinem inneren Gehalt und Sinn ist, so muß er auch ganz in seinem völligen Umfang genommen werden." (38)
Doch kehren wir zurück zu unserem Thema. Wir hatten gesehen, daß da, wo sich eine Begreiflichkeit der Wirkung aus der Ursache findet, auch eine "objektive Dependenz" angenommen wird, daß aber diese Begreiflichkeit nicht immer angenommen wird, und daß sie zuweilen infolge einer Verwechslung angenommen wird.

Die in Rede stehende Übertragung vollzieht sich aber nicht nur aufgrund einer Verwechslung der Begreiflichkeit mit der assoziativen Verknüpfung, sondern sie gründet sich in anderen Fällen auf eine partielle Begreiflichkeit der Wirkung aus der Ursache, nie aber auf eine völlige Begreiflichkeit der Wirkung aus der Ursache.

Eine partielle Begreiflichkeit liegt vor bei mechanischen Wirkungen.
    "Man setze, ein überlegender Mann sieht eine Kugel auf eine andere zufahren und an selbige anstoßen, und es hört nun in diesem Augenblick die Empfindung auf; sollte er den Erfolg nicht von selbst sich ausdenken können, zumindest im allgemeinen und unbestimmt, ohne ihn jemals empfunden zu haben? vorausgesetzt, daß er mit den nötigen Vorbegriffen von der Bewegung, vom Raum und von der Undurchdringlichkeit versehen ist. Kann und muß nicht seine Überlegungskraft den Gedanken, daß der Zustand der einen oder der anderen dieser beiden Kugeln, oder beider, notwendig eine Veränderung erleiden muß, von selbst aus der Vergleichung jener Grundbegriffe hervorbringen? Muß nicht der fortarbeitende, und den Stoß, soweit er ihn empfunden hat, sich vorstellende Verstand, durch ein Räsonnement zu dem Schlußurteil kommen, daß irgendwo eine Veränderung von diesem Stoß entstehen muß? Die eine Kugel nimmt ihren Weg auf die andere zu, und zwei Körper können nicht zugleich denselben Ort einnehmen. Dies würde stattfinden müssen, wenn die anstoßende Kugel ihren Weg ungehindert verfolgen und die ruhende ihre Stellung unverändert behalten soll." (39)
Auch diese Stelle ist zum Beweis der Behauptung verwertet worden, daß TETENS die volle Begreiflichkeit von Wirkungen aus ihren Ursachen behauptet. Es ist aber darauf aufmerksam zu machen, daß er nur behauptet, man begreife hier, daß "irgendwo eine Veränderung von diesem Stoß entstehen muß", aber nicht,  welche  Veränderung - und auch Ersteres nur unter der Voraussetzung der Undurchdringlichkeit der Körper." (40)

Sodann entwickelt TETENS, daß wir das Trägheitsgesetz nicht ganz auf Induktion gründen können.
    "Wenn man die einzelnen Fälle zumal bei einem echten Gesetz (gemeint ist das auf den in Bewegung befindlichen Körper bezügliche Gesetz) aufzählt, in denen man es zu beobachten Gelegenheit gehabt hat, und sie gegen andere hält, die davon abzuweichen scheinen, so wird man sich schwerlich überreden", daß der Ursprung ein induktiver ist. Aber auch diese Gesetze können wir nicht "in ihrer völligen Bestimmtheit a priori aus bloßen Begriffen erweisen." (41)
Zuletzt begreifen wir häufig die "zusammengesetzt Wirkung aus den zusammengesetzten Ursache", wo die einzelnen Kausalbeziehungen Erfahrungssätze sind.
    "Den Regenbogen erklärt und begreift man als eine Wirkung von den Sonnenstrahlen, die in Wassertropfen fallen. Die einfachen optischen Grundsätze, in welche diese Erklärung zergliedert werden kann, sind Erfahrungssätze. Der Lichtstrahl bricht sich auf eine gewisse Weise und wird reflektiert unter einem Winkel, der dem Einfallswinkel gleich ist. Bis dahin gehen die Assoziationen. Aber im Kopf eines NEWTON war nichts mehr erforderlich, als die Vorstellung von einem Regenbogen, und seine Denkkraft brachte diese beiden Ideen durch Vergleichung mit anderen Lehrsätzen in die Verbindung, in der das Objekt der Einen als Wirkung vom Objekt der Andern gedacht wird." (42)
Was ist das Typische solcher Fälle? Hier ist
    "die Idee des vielfachen Effekts niemals mit der Idee der zusammengesetzten Ursache assoziiert gewesen, sondern die Verbindung ist ein Werk der Reflexion und bleibt fest, wenn sie einmal gemacht ist." (43)
Wir müssen also eine partielle Begreiflichkeit der Wirkung aus der Ursache zugeben.

Wir vermissen in dieser Ausführung eine Angabe darüber, ob nicht hier in diesen Fällen eine völlige Begreiflichkeit  angenommen wird,  auch wenn sich nur eine partielle rechtfertigen läßt. Das beruth ohne Zweifel auf einem Hineinspielen der logisch-erkenntnistheoretischen Betrachtungsweise in die psychologische.

Eine völlige Begreiflichkeit der Wirkung aus der Ursache liegt nach TETENS niemals vor. Wir haben vorhin eine solche Behauptung bezüglich der allgemeinen Bewegungsgesetze gehört und einzelner konkreter Fälle. TETENS sagt das aber auch allgemein: "Wir begreifen bei den wirklichen Verursachungen manches, aber keine von ihnen völlig!" (44)

Tatsächlich liegt also nur eine partielle Begreiflichkeit der Wirkung aus der Ursache vor. Die völlige Begreiflichkeit der Wirkung aus der Ursache ist eine Voraussetzung, ein "Postulat" für einen Verstand, der sich die objektive Beziehung "im nötigen Licht deutlich und vorstellt". Wir wollen diese interessante Stelle aus TETENS zu zitieren nicht unterlassen. Er sagt:
    "Indem die  Begreiflichkeit  des Einen aus dem Andern oder das  Gegründetsein  im Andern zu einer Idee von der  objektiven Abhängigkeit  gemacht wird, so wird behauptet, daß die Ursache zur Wirkung in einer solchen objektiven Beziehung steht, daß ein Verstand, der sich jene im nötigen Licht deutlich und vollständig vorstellt, und dann in dem zum Begreifen erforderlichen Aktus fortwirkt, die Vorstellung von der nachfolgenden Wirkung in sich hervorbringen, oder doch, wenn ihm diese Idee anderswoher zugekommen ist, mit jener Vorstellung verbinden muß. Ist dies nicht eine Voraussetzung? Das ist es freilich, aber sie ist ein Grundsatz und ein Postulat. Wir haben keine andere Idee von der objektiven Verursachung im Verstand." (45)
Nach TETENS kommt also die Idee der notwendigen Verknüpfung von Ursache und Wirkung auf zweifache Weise zustand: durch einen Tatbestand, der gegeben ist im Willensleben (diese Erfahrung findet eine Übertragung auf das äußere Geschehen), und einen Tatbestand, der uns in unserem Denken gegeben ist (die hier gemachte Erfahrung findet ebenfalls eine Übertragung auf das äußere Geschehen). -

Wir wollen nun kritisch zu dieser Theorie der Genesis unserer Vorstellung der kausalen Beziehung Stellung nehmen. Die angeführten Tatsachen aus dem Willensleben scheinen uns nicht geeignet, die Idee der kausalen Verknüpfung zu erzeugen. Wenn wir erfahren, daß allemal dann, wenn unser Bestreben aufhört, die auf dasselbe folgende Veränderung aufhört und daß, wenn unser Bestreben vorhanden ist, auch die betreffende Veränderung entsteht, so ist uns hierin noch nichts gegeben, was uns die Idee der Notwendigkeit der Verknüpfung über die HUME'sche Ableitung hinaus gibt. Es entsteht allerdings bei  einer  Bedingung aufgrund dieses Tatbestandes in uns die Idee der notwendigen Verknüpfung des  Consequens  mit dem  Antecedens:  nämlich unter der, daß der Satz gilt: "Nichts entsteht ohne Ursache." In einem Individuum, welches die Gültigkeit des allgemeinen Kausalsatzes unwillkürlich in seinem Denken voraussetzt, entsteht allerdings unter den angegebenen Bedingungen die Idee einer (bestimmten) notwendigen Beziehung zwischen Antecedens und Consequens. Glaubt man aber, daß mit diesen Bedingungen die Bedingungen für die Entstehung einer Idee der notwendigen Verknüpfung eines Antecedens mit einem Consquens für das hier vorauszusetzende Subjekt gegeben ist, so macht man sich eines typischen Intellektualistischen Fehlers schuldig.

So verstehen wir auch, daß in der angeführten Parallelstelle die Betrachtung eine rein logische ist (46) - TETENS sucht da die Bedingungen anzugeben, unter denen wir es mit einem "völlig zuverlässigen Merkmal" des Vorhandenseins einer ursächlichen Beziehung zu tun haben -, und so verstehen wir weiter, daß an der für uns unmittelbar in Betracht kommenden Stelle keine bestimmte Angabe über die Verwertung eines Tatbestandes in psychologischer Hinsicht gemacht ist.

Der Mangel an Scheidung des logisch-erkenntnistheoretischen Gesichtspunktes vom psychologischen hat es auch bedingt, daß TETENS die von HUME verworfene Verwertung des Willenslebens für unser Problem nicht zu rechtfertigen wußte. Wenn jemand behauptet, daß wir bei unserer äußeren Willenstätigkeit zu erfahren glauben, daß das Antecedens das Consequens hervorbringt, und daß das hier gegebene Gefühl des Strebens sich auf die Vorstellung der Beziehung eines konstanten Antecedens zu einem Consquens überträgt, so daß auch hier das Consequens aus dem Antecedens mit Notwendigkeit zu folgen scheint, so kann man ihn nicht dadurch widerlegen, daß man zeigt, daß die Vorstellungsweise, daß wir in diesen Tatsachen des Willenslebens das Hervorkommen der Wirkung aus der Ursache erleben, falsch ist. Wenn man diesen Versuch macht, so verwechselt man die psychologische mit der erkenntnistheoretischen Betrachtungsweise. Eine andere Frage wäre dann immer noch die, ob in diesem Faktor der einzige gegeben ist, welcher die naive Auffassung von der Kausalbeziehung bedingt. Es ist interessant, zu sehen, wie die verschiedenen Autoren bei der Rechenschaftsablegung über die hier in Rede stehende Genesis entweder nur den einen oder nur den andern als wirkend zu Recht bestehen lassen. Ich glaube, man macht hier denselben Fehler, den man früher bei der Deutung der Bewegungsempfindungen beging. Der Eine sagte: es handelt sich hier um Hautsinnempfindungen, der Andere: nein, um Muskelsinnempfindungen, der Dritte: um Gelenkempfindungen, der Vierte: um Innervationsempfindungen, während in Wirklichkeit diese Faktoren (wenn man die 4. Behauptung etwas modifiziert) zusammenwirken.

Es handelt sich hier um eine falsche Anwendung des Prinzips der Sparsamkeit in der Verwendung von Erklärungsprinzipien. Denn die Existenz der hier in Betracht kommenden Faktoren ist nicht bloß  angenommen,  sondern sie sind als  causa verae gegeben,  und zwar - was eigentlich bei den causa verae scharf voneinander geschieden werden sollte -  nicht etwa als irgendwo wirklich vorkommend nachzuweisen, sondern hier in diesem Fall gegeben! 

Doch kehren wir zu unserem Thema zurück. Wenn wir in der von TETENs vollzogenen Wertung des Willenslebens für die Entstehung der Idee der kausalen Verknüpfung einen intellektualen Fehler konstatieren zu müssen glaubten, so scheint uns dagegen in seiner Entwicklung über die Bedeutung des Schließens für die Genesis unserer kausalen Auffassung eine Erkenntnis von bleibender Bedeutung gegeben zu sein.

Wir halten TETENS' Behauptung für zu Recht bestehend, daß uns in unserem Schließen die kausale Beziehung in der ausgeprägtesten Gestalt gegeben ist und daß wir die hier erfahrene Notwendigkeit der kausalen Beziehung in gewisse Vorgänge in der Außenwelt (und der sonstigen Innenwelt) hineindenken. Es liegt die Annahme nahe, daß sich die hier erlebte Art von Notwendigkeit besonders auf solche Fälle von kausaler Beziehung überträgt, wo die Wirkung aus der Ursache partiell zu begreifen ist, oder wo überhaupt bei unserer psychischen Behandlung der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung unsere eigentliche Denktätigkeit in stärkerem Maß in Anspruch genommen wird.

Historisch genetisch ist diese Theorie von Tetens, wie wir gezeigt haben, hervorgewachsen aus der kritischen Betrachtung der Hume'schen Entwicklungen über dieses Problem.  Wir sahen, daß der eine Teil seiner Theorie aus der kritischen Behandlung der von HUME angegebenen subjektiven Bedingungen für die Entstehung dieser Beziehung hervorging.

Mit den Anschauungen der Wolffianer hat diese ganze Entwicklung von TETENS nichts zu tun, da diesen die Kausalbeziehung angeboren ist. -

Wir können uns nun zur  erkenntnistheoretischen Behandlung des Kausalproblems  nach TETENS wenden. TETENS wirft hier die Frage auf, ob es unter unseren Urteilen über die wirkende Verbindung von Ursache und Wirkung nicht auch einige gibt, die mit demselben Grad von subjektiver Notwendigkeit gefällt werden, mit dem der Schlußsatz aus seinen Prämissen abgeleitet wird.

Welches sind die Bedingungen für die logisch gültige Entstehung des Gedankens: "Ein Ding ist die Ursache, die ein anderes hervorbringt?" Dieser Gedanke
    "erfordert, wie vorher weitläufiger gewiesen worden ist (4. Versuch, IV. 4), nicht allein, daß wir etwas Vorhergehendes und etwas Nachfolgendes und das Letztere als ein  werdendes  und  entstehendes  Ding, im Ersteren aber ein Bestreben und eine Tätigkeit gewahrnehmen, uns uns vorstellen, sondern es wird auch die  entstandene  Sache, die Wirkung ist, als eine solche angesehen, die  nicht von selbst,  noch anderswoher ihren Ursprung hat." (47)
Hier sehen wir deutlich (man beachte die Bezugnahme auf den 4. Versuch), daß die Behandlung des Problems der Entstehung unserer kausalen Beziehung für TETENS auch direkt eine logisch-erkenntnistheoretische Bedeutung hat. Eine solche Bedeutung der psychologisch-genetischen Behandlung könnte dadurch für ihn zustande gekommen sein, daß alle Schritte, die sich psychologisch auf dem Weg der Entwicklung des betreffenden Beziehungsgedankens ergaben, logisch-erkenntnistheoretisch zu Recht bestehen. Als Tatsache erwies sich jedoch, daß der Autor bei der Rechenschaftsablegung über die Entstehung des betreffenden Begriffs von einem psychologischen Gebiet auf das logisch-erkenntnistheoretische abgewichen ist.

Später müssen wir auf die erkenntnistheoretische Bedeutung der zitierten Feststellung von TETENS noch zurückkommen.

Wenn wir nun Kausalurteile über bestimmte Veränderungen fällen wollen, die subjektiv notwendig sind, so muß einmal (abgesehen von den leicht zu kontrollierenden Bedingungen, die oben aufgeführt wurden) die Annahme begründet sein, daß Nichts aus Nichts wird - auf diese Annahme gehen wir später näher ein, wir wollen hier zunächst vorwegnehmen, daß diese Annahme eine durchaus subjektiv notwendige ist -, sodann muß es sicher sein, daß die entstandene Sache nicht anderswoher ihren Ursprung hat. Wir müssen nur dann notwendig annehmen, daß die entstandene Sache nicht anderswoher entstanden ist,
    "wenn wir nirgends sonst etwas wirkliches wahrnehmen, was die Ursache zum Entstandenen sein könnte. Denn es ist ein Naturgesetz der Denkkraft, daß sie Nichts als ein wirklich vorhandenes Ding annimmt oder annehmen kann, ohne ein solches entweder zu empfinden oder in anderen Gedanken ein Grund dazu anzutreffen." (48) Wir gestatten uns hier zu bemerken, daß dieses "Naturgesetz der Denkkraft" hier nicht leisten kann, was es soll. Früher war, wie wir uns erinnern (in der psychologischen Entwicklung), eine bessere ergänzende Bestimmung gemacht, es war angegeben worden, unter welcher Bedingung wir sicher sein können, daß das beobachtete Antecedens die Ursache ist. (49)
Wenn nun in einem gegebenen Fall die Gesamtheit der hier geforderten Bedingungen realisiert ist, haben wir es da mit einem subjektiv notwendigen Gedanken zu tun, wenn wir dieses bestimmte Kausalurteil fällen? - und wenn das so ist, läßt sich der Grad dieser Notwendigkeit noch näher bestimmen?

Nehmen wir den Fall einer äußeren Willenstätigkeit. Wenn auf unseren Willen eine bestimmte gewollte Bewegung des Körpers folgt, da sind die geforderten Bedingungen realisiert und da handelt es sich um einen subjektiv notwendigen Gedanken. Aber sobald dieser Gedanke subjektiv notwendig ist, bringen der Harmonist und der Idealist es fertig, die Bewegung im Körper in Gemäßheit des Willens als andersher, nämlich aus den Kräften des Körpers entstanden zu denken. So wird durch "Spekulation oder Empfindung oder Instruktion", was es auch ist,
    "der Gedanke von einer  wirkenden  Verknüpfung zwischen dem Willen in der Seele und der Bewegung im Körper zurückgehalten, obgleich seine Denkkraft nach einerlei Gesetzen wirkt, wie bei denen, die anders urteilen."
Wenn man diese Leute eines anderen belehren will, so ist nur nötig, ihre vorgefaßten Meinungen zu widerlegen, dann macht sich die Kraft des natürlich notwendigen Denkens von selbst wieder gelten.

So ist also das Urteil über "diese oder jene besondere" ursächliche Verbindung beim Realisiertsein der angegebenen Bedingungen nicht schlechthin notwendig. Wir sprechen deshalb hier von "subjektiv  bedingt  notwendigen Urteilen".

Anders stellt sich die Sache, wenn (außerdem oder allein) die Wirkung aus der Ursache begreifbar ist. Dann sind bestimmte Kausalurteile subjektiv  schlechthin notwendige  Urteile. Wenn die Begreiflichkeit zu den obigen Merkmalen hinzukommt, so ist das  Kennzeichen der Abhängigkeit  des Einen vom Andern untrüglich. Wo die Begreiflichkeit vollständig ist, da ist "sie allein Kennzeichen genug von einer wahren Verursachung". (50) (Man vergleiche übrigens die mißverständliche Ausdrucksweise von TETENS Seite 497 und 498 und vergleiche sie mit der im Laufe dieser selbigen Untersuchung Seite 499 getroffenen Bestimmung: er verabsäumt es wieder, sich hypothetisch  auszudrücken!) 

Nun wird die Frage aufgeworfen, ob die Begreiflichkeit aber auch wirklich eine wahre, vollständige ist. Diese Frage wird, wie wir schon wissen, in folgender Weise beantwortet: "Wir begreifen bei den wirklichen Verursachungen manches, aber keine von ihnen völlig." (51)

Also gibt es nach TETENS keine bestimmten Kausalurteile, die schlechthin notwendig sind (52). Diese Tatsache macht TETENS
    "das sonderbare Phänomen in der Geisterwelt, das Dasein einer Philosophie begreiflich, welche  alle  ursächlichen Verbindungen zwischen den Dingen in der Welt, alle wirklichen Einwirkungen der Substanzen ineinander aufhebt. So selten diese Meinung mit Überzeugung geglaubt werden mag, und so weit sie von der gemeinen Wirkungsart des Menschenverstandes abweicht, so gibt es doch wirklich solche Ideenverbindungen, durch welche die Denkkraft von ihrer gewöhnlichen Richtung bis dahin abgelenkt werden kann." (53)
Wir hatten gleich im Anfang der Prüfung der bestimmten Kausalurteile die Voraussetzung gemacht, daß der Satz: Nichts entsteht ohne Ursache, ein subjektivisch notwendiger Satz ist. Wie steht es nun mit der Berechtigung dieser Voraussetzun?

Man kann diesem Satz auch die Form geben: ein werdendes oder gewordenes Ding hat eine Ursache.

Hier könnte nun aber Jemand geneigt sein zu sagen: wenn das richtig wäre, wenn der angegebene Satz ein subjektiv notwendiger wäre, dann müßte ich mir kein werdendes oder gewordenes Ding vorstellen können, ohne es als verursacht aufzufassen. Das ist aber tatsächlich nicht der Fall: es kann ein werdendes oder gewordenes Ding vorgestellt werden, ohne daß man es zugleich als verursacht auffaßt. Darauf antwortet TETENS: Es ist ein großer Unterschied, ob Jemand sich ein werdendes oder gewordenes Ding vorstellt oder ob er es sich als ein werdendes oder gewordenes vorstellt. Bei der ersten Vorstellungsweise mag allerdings der Gedanke an das Verursachtsein nicht auftreten; sobald wir uns aber ein werdendes oder gewordenes Ding als werdend oder geworden vorstellen, da müssen wir eine Ursache hinzudenken.
    "Der Dummkopf denkt nicht weiter als auf die ihm vorliegende Idee von einem  werdenden  Ding; seine Reflexion ist mit der Ergreifung dieser Idee schon genug beschäftigt und beendet dabei ihre ganze Wirksamkeit. Er denkt also gar nicht an eine Ursache und leugnet sie ebensowenig ab, wie er sie behauptet. Was er verlangt, ist eine Idee von den Dingen, die geworden sind, aber er stellt sich solche nicht als gewordene Dinge vor. Man versuche sich entstandene Dinge als entstandene, ohne Ursache vorzustellen, so wird das innere Selbstgefühl es sagen, daß mit der Idee des Entstehens und des Werdens die Idee von der hervorbringenden Ursache so innig verbunden ist, daß man dem Naturtrieb der Reflexion, die zum Gedanken von einer vorhandenen Ursache übergeht, mit Gewalt widerstehen, und bis zu dem Ende auf solche Fälle, wie ich sie vorher angeführt habe, wo entstandene Dinge ohne ihre Ursachen empfunden worden sind, zurücksehen, lebhaft sich solche vorstellen und dadurch den Gedanken von seiner Ursache zurückhalten muß." (54) - "Die natürliche, die subjektive Notwendigkeit ist also vorhanden, und es ist nur noch die Frage, worin sie ihren Grund haben."
Es gibt Philosophen, welche diese Notwendigkeit für die Folge der Gewohnheit ansehen. Wir haben in der Erfahrung da, wo wir ein Ding entstehen sehen, ein anderes gesehen, welches ihm vorherging. So haben wir uns daran gewöhnt, da zur Auffassung eines entstehenden Dings als solchem ein vorangehendes Ding hinzuzudenken, durch das es entsteht.

Diese Auffassung besteht aber nicht zu Recht. Denn die Erfahrung zeigt uns so häufig ein Entstehen, ohne daß wir vorangehende Ursahen beobachten können, daß man, wenn die Erfahrung hier das Entscheidende wäre, geradesogut die Entstehung des Gedankens: "Etwas entsteht ohne Ursache" erwarten könnte. Die hier vorliegende Notwendigkeit kann also nicht gegründet werden auf ein "Beisammensein in den Empfindungen"; man muß, um Rechenschaft von derselben zu geben, tiefergehen in der Natur unserer Denkkraft. Hier kommt ein besonderer Fall des "Gesetzes des Beifalls" (55) zur Anwendung:
    "Wenn wir einem Ding als einem Subjekt, das wir uns als  unwirklich  vorstellen, nun das Prädikat zuschreiben sollen, daß es ein  wirklich vorhandenes Ding  ist, so muß in unseren Gedanken irgendwo ein Grund zu diesem letzteren Urteil vorhanden sein, der von der Idee, die wir vom erwähnten Subjekt haben, verschieden ist."
Dieser Grund kann darin liegen, daß wir das vorher unwirkliche Objekt  empfinden,  oder es kann sich um einen "ideellen Grund" handeln (so daß wir also das Vorhandensein des Objekts erschließen). Unser Urteil also, daß eine unwirklich gewesene Erscheinung zur Existenz gekommen ist, wird als von einem in der Empfindung gegebenen Tatbestand oder von einem idealen Grund abhängig aufgefaßt. Wir sind uns dabei der "Unentbehrlichkeit einer ideellen Ursache zu einer ideellen Existenz in uns" bewußt und dieser Gedanke der Unentbehrlichkeit wird "auf die objektive Existenz der Dinge außer uns übertragen". (56)
    "Das Objekt außerhalb des Verstands wird auf dieselbe Art auf andere Objekte bezogen, wie das  ideelle  Objekt auf andere Ideen, und das  objektive Entstehen  der Dinge wird als so etwas angesehen, mit dem es sich auf dieselbe Art verhält und das auf andere Objekte ebenso hinweist und von einem anderen abhängig ist, wie das  subjektive Ding,  das ist, wie der  Gedanke  oder die Vorstellung davon in uns." (57)
Ich sehen nun allerdings nicht ein, weshalb wir den in dem Urteil:  ein Ding ist entstanden,  liegenden Gedanken der Abhängigkeit meiner Vorstellungsverbindung von einem gegebenen Tatbestand mich veranlassen soll, das entstandene Ding selbst wieder als kausal abhängig aufzufassen. TETENS sagt, daß die Abhängigkeitsbeziehung unter den ideellen Objekten die Setzung einer gleichen Abhängigkeitsbeziehung zwischen den äußeren Objekten veranlassen. Hier sind aber gar nicht die den äußeren Objekten, welche bei einer Kausalbeziehung als Ursache und Wirkung figurieren, korrespondierenden ideellen Objekte gegeben. Das wäre der Fall, wenn eine kausale Abhängigkeitsbeziehung zwischen den Ideen der Ursache und der Wirkung bestände und als bestehend gedacht würde.

Wenn man aber auch diese Auffassung psychologisch anerkennen könnte, so müßte man sich weiter orientieren, ob die gedachte Übertragung erkenntnistheoretisch zu Recht besteht, ob nicht etwa eine einfach psychische Notwendigkeit und keine Denknotwendigkeit uns zu dieser Übertragung veranlaßt, und dürfte die so entstandene Auffassungsweise nicht ohne weiteres als zu den "natürlich notwendigen Denkarten" gehörig bezeichnen. Hier ist die einfache psychische Notwendigkeit (das, was man gewöhnlich psychologische Notwendigkeit nennt) nicht von der Denknotwendigkeit geschieden.


4. Die Inhärenzbeziehung

Bei der Behandlung der Inhärenzbeziehung fragen wir wieder zuerst nach der Entstehung dieses Beziehungsgedankens und dann nach seiner erkenntnistheoretischen Berechtigung.

Wie kommen wir zu dem Gedanken, daß Etwas eine Beschaffenheit in einem Ding, in einem Objekt, eine Akzidenz [Merkmal - wp] in einer Substanz ist?

Wann fassen wir Etwas als  ein  Ding auf?
    "Ich sehe da ein kleines Bild vor mir liegen, das ich mit  einem  Blick, wie es mir vorkommt,  ganz  mit meinem Anschauen umfasse und fühle den entstehenden Eindruck davon.

    Diese Empfindung mag aus einer Menge, und aus einer unzähligen Menge von kleineren Gefühlen bestehen, die aufeinanderfolgen; und jedes auf einmal vorhandene Gefühl mag mehrere einfachere gleichzeitige in sich enthalten, so ist es doch für mich  ein  Gefühl, und  ein  und derselbe  Aktus des Bewußtseins,  womit ich diese Summe von Gefühlen, oder was es ist, zusammennehme, und daher als  eine  Empfindung unterscheide. Ich bemerke keine Mannigfaltigkeit in diesem Aktus, und keine Folge, und keine Teile, oder wenn ich sie auch nachher bemerke, so sondere ich solche nicht voneinander ab. Sie machen ein  vereinigtes Ganzes  in der Empfindung und in der Wiedervorstellung aus, dessen Teile in Verbindung miteinander vorhanden sind."
Wir haben es also mit anderen Worten mit einem Empfindungskomplex zu tun, der uns als  ein Ganzes  erscheint, weil er in  einem  "Aktus des Bewußtseins" erfaßt wird.

Später hebt TETENS aber noch einen Faktor hervor, wovon die Auffassung dieser Größe als  eines Ganzen  bedingt ist. Da, wo wir von einem Ding sprechen, liegt ein "unzertrenntes Ganzes" vor, "dessen Bestandteil durch die Koexistenz vereinigt waren".

Also Bedingung für die Entstehung der Idee von einem Ding ist zunächst das Vorhandensein eines Empfindungskomplexes, durch den uns ein  "unzertrenntes"  Ganzes, dessen Bestandteil  koexistieren,  gegeben ist, sodann die Erfaßbarkeit dieses Komplexes in  einem Akt des Bewußtseins.  Dazu kommt dann noch die  Unterscheidung dieses Ganzen von anderen Ganzen  hinzu.

Wir haben zunächst weiter zu fragen: wie kommen wir dazu, Etwas als eine Beschaffenheit von einem Ding aufzufassen?

Dazu ist nötig, daß in einem charakterisierten Ganzen  "ein  unabgesonderter, mit dem übrigen vereinigter Zug sich vor anderen an leichterer Apperzeptibilität ausnimmt." Die Denkkraft unterscheiden dann diesen Zug in diesem Ganzen.
    "Die Verbindung des unterschiedenen Zuges mit dem Ganzen  erregt den Verhältnisgedanken, daß der Zug in diesem Ganzen ist." ("Dies ist eine Beziehung, die zu den Verhältnissen aus der Mitwirklichkeit gehört. Es ist eine Vereinigung des Unterschiedenen da.") (58)
Die einzelnen Beschaffenheiten eines Dings stellen gewissermaßen "Teile" des ganzen Empfindungskomplexes dar.
    "Aber man kann sie nur Teile in der allgemeinsten Bedeutung des Wortes nennen. Denn wir sehen sie nicht so an, als wenn die ganze Empfindung als solchen hervorstechenden Zügen zusammengesetzt wäre." (59)
Die Dingvorstellung entwickelt sich zunächst weiter in folgender Weise:
    "Jede solche ganze Empfindung faßt, wie es sich nachher zeigt, mehr in sich, als wir besonders wahrzunehmen und zu unterscheiden imstande sind; und bei solchen, wo wir die Auflösung versucht haben, fand es sich, daß immer noch etwas Unaufgelöstes zurückblieb. Die noch mögliche Auflösung schien  ins Unendliche  zu gehen, oder doch für uns endlos zu sein. Jede solche Empfindung und die ihr zugehörige Vorstellung hat sozusagen einen  dunklen unauflösbaren Boden,  auf welchem noch unendlich vielfache, aber für uns nicht unterscheidbare Punkte vorhanden sein können." (60)
Die Entwicklung der Dingvorstellungen hat hiermit nicht ihr Ende erreicht. Wir werden später sehen, wie diese hier vorliegenden Empfindungskomplexe auf Ursachen außer ihnen bezogen, wie sie als wirklich seiend (im Gegensatz zum Inhalt unserer Phantasievorstellungen), und wie sie als fortdauernde Größen aufgefaßt werden. Hat sich diese Entwicklung vollzogen, so spricht TETENS von Objektvorstellungen. Zuletzt gibt er von der Genesis der Substanzvorstellung Rechenschaft. Wir wollen diese Entwicklungen von TETENS erst verfolgen, wenn wir die Entstehung unserer "Kenntnis von der objektiven Existenz der Dinge" behandeln, das also, was man sonst den Glauben an die Realität der Außenwelt nennt. Die ganze in Rede stehende Auseinandersetzung schließt, wie man hier schon sieht und noch weiter, besonders bei der Behandlung der Genesis des Objektbegriffs, sehen wird, eine große Fülle schöner Beobachtungen ein.

Hier bleiben wir zunächst beim Dingbegriff in seiner Beziehung zum Begriff der Beschaffenheit stehen und behandelnd nach der Besprechung der Genesis des Begriffs der äußeren Dinge den des Seelendings, wie man frei nach TETENS sagen könnte.

HUME sah das Ich als eine Verbindung unserer Empfindungen und Vorstellungen zu einem ganzen mittels der Phantasie an. Daraus zog er dann erkenntnistheoretisch den Schluß, daß die Seele nichts anderes ist als ein Inbegriff von Beschaffenheiten und Veränderungen, nicht etwa ein Ganzes, "ein wirkliches Ding". So leugnete er die Existenz der Seele und erkannte nur die Existenz unserer Gedanken an. Dazu bemerkt TETENS interessanterweise: "Allerdings war dies die äußerste Grenze im räsonnierenden Skeptizismus."

TETENS gibt hier einen Hinweis auf die erkenntnistheoretischen Bedeutung der psychologischen Auffassung von HUME, weil er glaubt, psychologisch einen Tatbestan aufweisen zu können, der unmittelbar eine gerade entgegengesetzte erkenntnistheoretisch-metaphysische Folgerung zuläßt.

Wenn ich irgendeine Vorstellung habe oder irgendeine andere klarbewußte psychische Funktion, so kann ich, wenn ich genauer zusehe, außerdem in mir noch etwas anderes konstatieren, nämlich einen dunklen psychischen Hintergrund, von dem sich eben die betreffende psychischen Funktion als ein hervorstechender Zug abhebt, der sich gegen diesen hervorstechenden Zug "wie die Fläche des Landes gegen den Fuß eines hervorragenden Berges verhält". Die klarbewußte Funktion stellt sich uns dar als ein hervortretender Zug "in einem viel größeren, ausgebreiteteren, stärkeren, obgleich in seinen übrigen Teilen dunklen oder doch wenig klaren Gefühl". Dieser dunkle Grund und seine Beziehung zu einer klar bewußten Funktion bringt mich nun nach TETENS auf die nämliche Art auf den Gedanken,
    "daß ein  Ding  und eine  Beschaffenheit  in diesem Ding vorhanden ist, als ich nach HUMEs eigener Einräumung zu dem Gedanken gebracht werden kann: da ist eine Beschaffenheit."
Dieser "dunkle Grund" ist  unser Ich  und über ihn können wir, wenn wir das, was uns psychische in verschiedenen Zeitmomenten gegeben ist, miteinander vergleichen, sagen, daß er immer  ein und derselbe  bleibt; damit ist uns also das Bewußtsein der Identität unseres Ichs gegeben.

Wenn wir den hier psychologisch festgestellten Tatbestand mit den Behauptungen HUMEs in Beziehung setzen wollen, so müssen wir sagen, daß HUME sich im Widerspruch mit den Tatsachen befindet, indem er das Ich als eine  Sammlung  von einzelnen Vorstellungen auffaßt, zusammengefaßt durch die Phantasie; nicht durch die Phantasie ist die Vereinigung dieses Ganzen zustande gebracht, "die Vereinigung liegt in der Empfindung selbst, in der Natur, nicht in einer selbstgemachten Vereinigung".
    "Daher entsteht eine Vorstellung von  einem  Subjekt mit  verschiedenen  Beschaffenheiten, das heißt, die aus der  Empfindung  unmittelbar entstehende  Vorstellung  muß so  gedacht,  und zu einer solche  Idee  gemacht werden, wozu der gemeine Menschenverstand sie wirklich macht, der nur dann diese Idee auf  humisch  gebildet haben könnte, wenn er in seiner natürlichen Beobachtung ebensoviel bei ihr übersehen und sie nur an  einer  sich ausnehmenden Seite gefaßt hätte, als dieser feine Metaphysiker bei seiner Spekulation, da er jeden Zug nach dem andern deutlich ablösen wollte." (61)
Es ist interessant zu sehen, wie hier mit einemmal ein erkenntnistheoretischer Gesichtspunkt auftritt - oder besser gesagt, wie für TETENS in der Aufweisung der psychischen Genesis der Idee unseres Ichs und seiner Beziehung zu den einzelnen klar hervortretenden psychischen Funktionen zugleich die Rechtfertigung dieser Vorstellungsweise gegeben ist. Bei seiner Behandlung der Kausalbeziehung konnten wir denselben Modus der Betrachtung konstatieren. Dabei wird gar kein Wort darüber verloren, daß die einzelnen Schritte, welche das naive Bewußtsein  ex hypothesi  tut, darauf angesehen sind, ob sie berechtigt sind oder nicht; daß sie logisch-erkenntnistheoretisch berechtigt sind, wird als selbstverständlich nach gegebener Ableitung der betreffenden Vorstellungsweise hingestellt. In unserem Fall soll durch diese psychologischen Ausführungen die Anschauung HUMEs widerlegt sein, daß wir nur die Wirklichkeit unserer Gedanken und Veränderungen" behaupten können, aber nicht die "Existenz der Seele". (62) -

Die psychologische Genesis des Dingbegriffs nach TETENS werden wir kritisch behandeln, nachdem wir seine Auffassung über die Genesis des Objekt- und Substanzbegriffs kennen gelernt haben. Wir sahen ja, daß TETENS den Dingbegriff außergewöhnlich eng faßt, es erscheint uns deshalb die gesonderte kritische Würdigung  seines  Dingbegriffs nicht zweckmäßig.

Die Inhärenzbeziehung tritt nach ihm da auf, wo in einem Empfindungskomplex, der in uns die Dingvorstellung erweckt, ein abgesonderter Zug sich an leichter Apperzeptibilität auszeichnet. Da wird dieser Zug als in einem Ganzen enthalten aufgefaßt. Dagegen haben wir nichts einzuwenden.

HUME gegenüber hat TETENS in der psychologischen Ausführung ohne Zweifel darin recht, daß nicht die Einbildungskraft die einzelnen Vorstellungen zu einem Ganzen vereinigt, welches wir als unser Ich auffassen, sondern daß hier eine "Vereinigung in der Empfindung selbst" liegt.

Daß dunkelbewußte psychische Größen, welche mit unseren klarbewußten psychischen Akten gleichzeitig gegeben sind, mit ihnen in der Empfindung selbst verbunden sind, in unserem Ichbewußtsein eine Rolle spielen, ist sicher. Dahin gehören vor allem die Empfindungen des eigenen Körpers. Nun finden wir aber bei TETENS keine nähere Charakterisierung dieses dunklen Grundes des klarbewußten psychischen Akte. Dunkelbewußte Vorstellungen können nicht gut damit gemeint sein, da dies ja variable Elemente sind und sich als Materials zur Entwicklung der Idee der Identität des Ich wenig eignen würden. Neben jenen Empfindungen des eigenen Körpers kämen dann noch Gefühle (im jetzigen Sinn des Wortes) in Frage. Wir haben aber nicht das Recht, weder die Einen noch die Anderen als die von TETENS gemeinten zu bezeichnen.

Es scheint hier vielmehr, daß in diesem dunklen Grund der Empfindungen, Vorstellungen, Willens- und Denkakte die leibhaftige Seele selbst gegeben ist! Denn das hier gegebene Ich wird der Seele gleichgesetzt. Dann versteht man auch, wie HUME durch die gegebene Ausführung erkenntnistheoretisch widerlegt sein soll, wenn man dabei noch außerdem voraussetzt, daß diese Entwicklung der naiven Vorstellungsweise zugleicht berechtigt ist.

Die Sache stellt sich allerdings nach den Ausführungen von TETENS im 2. Band über die Phänomenalität der uns gegebenen psychischen Zustände etwas anders. Danach ist das Ich, welches wir fühlen, eine Wirkung des Seelenwesens und des Gehirns.
    "Es ist weder das Gehirn allein, noach das unkörperliche Wesen allein, was wir fühlen und uns vorstellen, wenn wir uns  Ich  fühlen und uns selbst vorstellen. Man kann auf die Frage, welches ist das den Ton hervorbringende Ding? nicht antworten, daß es der Spieler allein ist, noch daß es das Instrument allein sei. Aber der Spieler ist tätig und wirkt auf die Saitgen des Instruments und diese wirken auf die Luft, und bringen eine zitternde Bewegung hervor, die unser Ohr empfängt, die wir empfinden und den Schall nennen. Auf die gleiche Weise ist dasjenige, was in der Seele vorgeht, mit dem, was im Organ vorgeht, zusammengenommen das Empfinden, das Denken, das Wollen." (63) "Wenn ich mich selbst und meine Aktionen fühle, was ist dann das Objekt meines Gefühls?"
Die reine Beobachtung muß antworten: das Ich, die eingekörperte Seele. Die letzte Antwort darauf ist aber:
    "Jeder Aktus der Seele hat eine Wirkung im Gehirn nachgelassen und auch vielleicht im Ich oder in der Seele selbst, von der ich voraussetzte, daß sie ein eigenes, von dem, was wir uns unter Organ und Gehirn vorstellen, verschiedenes Wesen ist. Soll ich aber nun einen solchen Aktus fühlen, so muß eine Reaktion der Seele auf jene bleibenden Folgen desselben im Gehirn vorsich gehen. Das heißt, die Seele muß sich fühlen und sehen im Gehirn, da ist ihr Spiegel, da stehen die Wirkungen und Folgen ihrer Tätigkeit abgedruckt, die nämlich, welche auf sie zurückwirken, die sie fühlen und wahrnehmen kann." (64)
Das Individuum glaubt sich selbst im Ich zu fühlen, während es "nichts weiter als die äußeren Abdrücke ihrer Tätigkeit auf das Gehirn unmittelbar vor sich hat." (65)

Wir können uns jetzt zur Besprechung der  erkenntnistheoretischen Behandlung der Inhärenzbeziehung  wenden. Die psychische Entstehung dieser Beziehung besteht ebenso wie die Entstehung der Idee des Dings erkenntnistheoretisch, wie wir sahen, nach TETENS zu Recht. Die angegebenen Bedingungen zur Entstehung der Beziehungsidee sind zugleich auch die logischen Bedingungen für die Rechtfertigung derselben.

Nun bleibt aber nach TETENS erkenntnistheoretisch noch Rechenschaft  darüber  zu geben, "warum wir uns die Bewegung, die Farbe, die Figur, den Gedanken usw. nicht anders als in der Gestalt der  Akzidenzien  vorstellen, die ein Subjekt voraussetzen, worin sie existieren." (66) Wir haben es hier, wie man leicht sieht, mit einer analogen Beziehungstätigkeit zu tun wie da, wo wir ein als entstehend aufgefaßtes Ding auf eine Ursache beziehen. Der Idee des entstehenden Dings "klebt die Beziehung auf eine Ursache an", der Idee der Beschaffenheit "klebt die Beziehung auf ein Subjekt an". Hier wie dort haben wir es mit einer "subjektiv notwendigen" Denkungsart zu tun. Die hier vorliegende Notwendigkeit des Denkens ist ferner  keine unbedingte,  (67) das beweist die Behauptung HUMEs, man könne sich Gedanken vorstellen, ohne sich zugleich auf eine Seele als ihr Subjekt zu beziehen. Die natürliche Notwendigkeit des Denkens kann gehemmt werden, indem durch eine "starke Absonderung in Gedanken" die Akzidenzien "substantifiziert" werden. Wir erinnern uns an die bedingt subjektiv notwendigen Urteile in der analogen früheren Betrachtung.

Worauf gründet sich nun aber diese bedingt subjektiv-notwendige Denkungsart?
    "Die Ursache, warum wir diese oder jene Beschaffenheit uns nicht anders,  als in einem Subjekt  vorhanden, vorstellen können, ist, weil wir eine solche Beschaffenheit nicht so abgesondert,  für sich allein empfinden können.  Die  natürliche Koexistenz  in den Empfindungen ist also der Grund, warum wir sie  in die Ideen  von Objekten verlegen, mit Vorstellungen von Dingen verbinden und sie als Züge von diesen gedenken." (68)
Hier muß es interessieren festzustellen, daß in der analogen Betrachtung über die Ursache der Notwendigkeit der Beziehung zwischen der Vorstellung eines Dings als eines entstehenden und der Idee einer Ursache desselben die Auffassung als nicht zu Recht bestehend abgelehnt und erwiesen wird, daß die notwendige Beziehung der Ideen  aus  der Verbindung derselben in der Empfindung herrührt, (69) daß sie durch eine "Abhängigkeit des Gedankens" entsteht, während hier ausdrücklich für die Genesis der Notwendigkeit der charakterisierten Beziehung  auf die Verbindung derselben in der Empfindung  rekurriert wir. Infolgedessen trägt diese Notwendigkeit ganz offenkundig den Charakter einer einfachen psychischen Notwendigkeit, während sie bei TETENS als Denknotwendigkeit figuriert! -

Den zuletzt besprochen Inhärenzsatz, sowie den Kausalsatz: "Nichts wird ohne Ursache" zählt TETENS zu dem  materiell notwendigen  Sätzen, zu den Sätzen, deren Notwendigkeit in der Materie des Urteils begründet ist. (70)
    "Die Form von ihnen ist auf gewisse Züge oder Nebenmerkmale gegründet, welche den Ideen ankleben, und wiederum in gewissen subjektiven aber unabänderlichen Umständen, unter denen solche nur erlangt werden und in uns gegenwärtig sein können, ihre Ursachen haben." (71)
Zu den  formell notwendigen  Sätzen, den Sätzen, deren Notwendigkeit "in der Natur der Denkkraft ansich" gegründet ist, rechnet TETENS die Denkgesetze, den Satz vom unmittelbaren Bewußtsein und die "Formen der Verhältnisgedanken". Aber TETENS gibt hier bei dieser Klassifizierung von solchen Formen der Verhältnisgedanken genauer an nur das Grundgesetz der Mitwirklichkeitsbeziehungen. Demselben gibt er folgende Fassung:
    "Wenn wir  A  als ein  wirklich vorhandenes  Objekt  empfinden,  und auch  B  als ein solches empfinden, und zwischen diesen beiden Empfindungen andere Objekte empfunden werden, oder wenn doch ein  Aktus des Empfindens  zwischen ihnen vorgeht, dessen größere oder geringere Länge uns fühlbar ist, so müssen wir  A  und  B  als  voneinander  mehr oder weniger abstehend denken." (72)
Von den anderen Formen der Verhältnisgedanken sagt er hier, daß man entsprechende allgemeine Gesetze für die Urteile über kausale Beziehung und logische Abhängigkeit leicht aus dem über die Verhältnisse Gesagten erkennen kann. Als ein solches Grundgesetz für die kausalen Beziehungen haben wir ohne Zweifel folgende Bestimmung von TETENS in seinen früheren Ausführungen anzusehen:
    "Dieser Gedanke:  Ein Ding ist die Ursache, die ein anderes hervorbringt,  erfordert, wie vorher weitläufiger erwiesen worden ist (4. Versuch IV, 4), nicht allein, daß wir etwas vorhergehendes und etwas nachfolgendes und das letztere als ein  werdendes  oder  entstehendes  Ding, im ersteren aber eine Tätigkeit wahrnehmen und uns vorstellen, sondern es wird auch die  entstandene  Sache, die Wirkung ist, als eine solche angesehen, die  nicht von selbst,  noch anderswoher ihren Ursprung hat." (73)
Doch in diesem formalen Grundgesetz der kausalen Beziehungen ist ja die Gültigkeit des Satzes, der TETENS, wie wir sahen, als materiales Gesetz der kausalen Beziehungen gilt, vorausgesetzt: "Nichts wird ohne Ursache."
LITERATUR: Gustav Störring, Die Erkenntnistheorie von Tetens, Leipzig 1901
    Anmerkungen
    1) 4. Versuch, Seite 359.
    2) 4. Versuch, Seite 359
    3) 2. Versuch, Seite 199 und 200.
    4) 4. Versuch, Seite 359
    5) 4. Versuch, Seite 360.
    6) 4. Versuch, Seite 360
    7) 4. Versuch, Seite 357-359
    8) 4. Versuch, Seite 360.
    9) 2. Versuch, Seite 201; siehe auch 3. Versuch, Seite 279
    10) OTTO ZIEGLER, Tetens in Beziehung zu Kant, Leipzig 1888.
    11) 4. Versuch, Seite 356.
    12) 4. Versuch, Seite 357, siehe auch 358.
    13) 4. Versuch, Seite 359.
    14) 4. Versuch, Seite 398
    15) 4. Versuch, Seite 315.
    16) 4. Versuch, Seite 317
    17) 4. Versuch, Seite 317 und 318
    18) 4. Versuch, Seite 315
    19) 4. Versuch, Seite 324
    20) 4. Versuch, Seite 324
    21) 4. Versuch, Seite 315
    22) 7. Versuch, Seite 494
    23) 4. Versuch, Seite 324
    24) 4. Versuch, Seite 325
    25) RIEHL, Kritizismus I, Seite 189f
    26) 4. Versuch, Seite 324
    27) 4. Versuch, Seite 322f und 325f
    28) 4. Versuch, Seite 325
    29) 4. Versuch, Seite 325 und 326
    30) 4. Versuch, Seite 323
    31) RIEHL, Kritizismus I, Seite 190
    32) 4. Versuch, Seite 324
    33) 4. Versuch, Seite 326, 327
    34) 4. Versuch, Seite 498f
    35) 4. Versuch, Seite 499
    36) 4. Versuch, Seite 327
    37) 4. Versuch, Seite 327
    38) 4. Versuch, Seite 318
    39) 4. Versuch, Seite 318 und 319
    40) 7. Versuch, Seite 500
    41) 4. Versuch, Seite 329
    42) 4. Versuch, Seite 321,322
    43) 4. Versuch, Seite 322
    44) 4. Versuch, Seite 499
    45) 4. Versuch, Seite 327
    46) 4. Versuch, Seite 315 und 316
    47) 7. Versuch, Seite 494
    48) 7. Versuch, Seite 495
    49) 4. Versuch, Seite 315 und 316
    50) 7. Versuch, Seite 498
    51) 7. Versuch, Seite 499
    52) 7. Versuch, Seite 515 und 516
    53) 7. Versuch, Seite 500
    54) 7. Versuch, Seite 502 und 503
    55) 7. Versuch, Seite 504
    56) 7. Versuch, Seite 506
    57) 7. Versuch, Seite 507
    58) 5. Versuch, Seite 390
    59) 5. Versuch, Seite 390
    60) 5. Versuch, Seite 391
    61) 5. Versuch, Seite 394 und 395
    62) 5. Versuch, Seite 393
    63) 13. Versuch, Seite 169 und 170
    64) 13. Versuch, Seite 171
    65) 13. Versuch, Seite 172
    66) 7. Versuch, Seite 509
    67) 7. Versuch, Seite 510
    68) 7. Versuch, Seite 511
    69) 7. Versuch, Seite 506
    70) 7. Versuch, Seite 515
    71) 7. Versuch, Seite 515
    72) 7. Versuch, Seite 513
    73) 7. Versuch, Seite 494